gehen,‘ wenn der Schrottpreis sinkt: Auch die Eisenbahn als Schrott- abgeber kommt hinzu. Es ist natürlich, daß der Ausbau der Schienen einen großen Schrottentfall bringt, besonders in Zeiten, wo die Gleise in Ordnung gebracht werden. Dabei ist aber in Betracht zu ziehen, ob diese Schienen nicht noch in Nebenstrecken verwendet werden, das würde auch auf die Preisfrage und den Entfall einen Einfluß ausüben. Alles das spricht gegen das Spekulative. Vorsitzender: In welchem Verhältnis. steht der deutsche Schrottpreis zum Weltmarktpreis? ; Sachverständiger Rothschild: Der Inlandsschrottpreis wird immer .in einem gewissen Verhältnis zum Weltmarktpreis stehen, da arhebliche Mengen Schrott eingeführt werden müssen. Vorsitzender: Auf welcher Basis. wird Schrott in Deutsch- land gehandelt? ; Sachverständiger Rothschild: Der Schrottpreis wird in Deutschland im allgemeinen auf rheinisch-westfälischer Basis fest- gestellt. Diese Tatsache ist eine alte Erfahrung, die weit in die Zeit zurückreicht, in der noch keinerlei Schrotteinkaufsorganisation bestand. Der Grund liegt zunächst darin, daß das rheinisch-westfälische Revier der größte Verbraucher ist, und daß infolgedessen die größten Zukaufs- mengen nach dem rheinisch-westfälischen Gebiet, verfrachtet werden. Vorsitzender: Haben die östlichen Verbraucher den Fracht- vorsprung ausgenutzt? Sachverständiger Rothschild: Die östlichen Verbraucher sind zu einer vollen Ausnutzung des Frachtvorsprunges niemals gekommen, da sie restlos den in ihrer nächsten Nähe liegenden Schrott niemals er- fassen können. Sie sind daher gezwungen, eine gewisse Preisspanne über den’ rheinisch-westfälischen Preis zu zahlen. Deswegen ist die. Anschau- ung, daß etwa die Schrottpreisbildung in Ostdeutechland eine künst- liche wäre, falsch. Der Vorteil der östlichen Schrottorganisation besteht wenig darin, einen Druck auf den Preis auszuüben. Denn, wenn sie heute verschwinden würde, würde ein großes Werk wie Riesa durchaus nicht etwa den rheinisch-westfälischen Preis zahlen. . Auch würde die Kon- kurrenz der Händler ausrechnen: wie kann ich noch bestehen, wenn ich einen kleinen. Vorteil gegen den rheinisch-westfälischen Preis habe. So wird also die Preisbildung in‘ keinem Fall durch das Bestehen einer Einkaufsorganisation an und für sich so beeinflußt. Die Klage der Schrotthersteller oder der‘ Werke, bei denen Schrott entfällt, über niedrige Schrottpreise ist durchaus verständlich. Aber in dem Augen- blick, wo sie ihre Werke irgendwo errichtet haben, mußten sie damit rechnen, daß sie für den Schrottentfall geringere Preise bekommen, als im rheinisch-westfälischen Revier gezahlt werden. Im Zusammenhang mit dieser Frage steht auch die Frage der Kon- junkturempfindlichkeit des Schrotts. Diese ist im wesentlichen darauf zurückzuführen, daß in allen anderen Zweigen des Eisengewerbes Syndi- kate bestehen und infolgedessen Preisveränderungen die. Folge eines LG