Nichtöffentliche Sitzung am 6. Juli 1927. Vorsitzender: Ich eröffne die Sitzung und gebe das Wort Herrn Reichsbahndirektor Dr. Fabian für die Reichsbahnverwaltung. Sachverständiger Fabian: Die Fragen sind in der präzisen und kurzen Form, wie sie hier gestellt sind, sehr schnell zu beantworten, es fragt sich nur, ob Sie für die Tatsachen, die ich Ihnen mitzuteilen habe, eine ausführliche Begründung wünschen, oder ob Sie das nicht für nötig halten. Vorsitzender: In welcher Weise verkauft die deutsche Reichs- bahn ihr Material? Sachverständiger Fabian: Der Verkauf vollzieht sich in genau derselben kaufmännischen freihändigen Form wie bei jedem anderen Schrottproduzenten, vielleicht nur mit dem Unterschied, daß jeder sonstige Schrottproduzent unter Ausnutzung der jeweiligen Konjunktur durch eine gewisse Schrottzurückhaltung etwas spekulativ in der Sache vorgehen kann, während die Reichsbahnverwaltung durch die Beengt- heit ihrer räumlichen Verhältnisse und durch das regelmäßige Aufkom- men an Schrott, wie es eben in jedem Monat stattfindet, genötigt ist, es regelmäßig jeden Monat zu den jeweiligen Tagespreisen zu verkaufen; eine gewisse Konjunkturausnutzung erfolgt höchstens im Rahmen eines Monats, indem wir, je nach dem Eingang der Meldungen und je nach der Nachfrage, allenfalls acht oder vierzehn Tage damit zurückhalten oder nicht. Die Reichsbahnverwaltung verkauft ihren Schrott freihändig zu Tagespreisen und zu ganz regelmäßigen Terminen, und hat damit das frühere Verfahren, das vor dem Kriege bestand, vollkommen aufgegeben. Entsprechend der geringeren Bedeutung, die damals überhaupt dem Schrott beigelegt wurde, verkaufte die Eisenbahn den Schrott in der einfachen bürokratischen Form, das heißt auf dem Wege der sogenannten öffentlichen Submission. Die Mengen wurden angesammelt, was damals auch räumlich möglich war und vierteljährlich in öffentlichen Sub- miesionen verkauft. An diesen Submissionen beteiligten sich im allgemeinen ausschließlich nur Händler, die Hütten- und Eisen- werke schon aus dem einfachen Grunde nicht, weil sie erfahrungs- xemäß bei solchen öffentlichen Submissionen dem spekulativen Handel immer unterlegen sind und vor allen Dingen auch! des- halb nicht. weil sie kein Interesse daran hatten, sich. von solchen Zufallsergebnissen bei Submissionen abhängig zu machen, da sie sich für die Deckung ihres Bedarfs auf den regelmäßigen Erwerb legten. Als nach dem Kriege und auch schon während des Krieges der Rohstoffmangel einsetzte und durch die erhöhte Anwendung des 305