Siemens-Martin-Verfahrens, durch den verringerten Anfall an Alteisen und den Verlust der Erzförderung von Lothringen die Bedeutung des Schrotts in den Vordergrund gerückt wurde, fingen auch die Hütten- und Eisenwerke an, sich für den Schrott der Eisenbahn zu interessieren und, gestützt auf die enormen Lieferungen an Neueisen, die sie regelmäßig an die Eisenbahnverwaltung auszuführen hatten, stellten sie die Forde- rung, daß man ihnen auch die zur Herstellung dieser Neueisenmengen erforderlichen Rohstoffe, die jetzt eine ganz andere Bedeutung be- kommen hatten, freihändig zur Verfügung stelle. Diese Forderung wurde auch vom damaligen Reichswirtschaftsministerium und aus par- lamentarischen Kreisen unterstützt, und auch die Eisenbahnverwaltung hatte schließlich keinen Anlaß, sich dieser Forderung zu widersetzen, denn durch die öffentlichen Submissionen hatten sich auch außerordent- lich große Mißstände auf dem Schrottmarkt herausgebildet; es war einigen wenigen kapitalkräftigen Händlern gelungen, sich durch maßlose Überbietungen in den Besitz von großen Schrottmengen zu setzen und damit in gewisser Weise den ganzen Markt zu beherrschen. Mit der immer weiter um sich greifenden Verwendung des Schrotte im Siemens- Martin-Werk spielten die Schrottpreise eine immer größere Rolle, die Eisenpreise wurden mehr und mehr vom Schrottpreise abhängig, und die Eisenbahnverwaltung konnte sich infolgedessen der Einsicht nicht ver- schließen, daß sie ein geringeres Interesse an hohen oder gar zu hohen Schrottpreisen, als vielmehr an mäßigen Eisenpreisen hat, da dieser ihr Eisenverbrauch an sich ein Mehrfaches von ihrem Schrottaufkommen be- trägt. Um den Schrottverkäufen den spekulativen Charakter, den sie durch die Submissionen bekommen hatten, zu nehmen und vor allem auch den Forderungen ihrer Eisenlieferanten entgegenzukommen, sah sie sich im eigenen Interesse genötigt, das Verfahren, das zu übertriebenen Preissteigerungen führte, aufzugeben und den freihändigen Verkauf zu Tagespreisen aufzunehmen. Vorsitzender: Welcher Teil wird heute noch durch Sub- missionen ausgeschrieben? Sachverständiger Fabian: Ich nehme an, daß Sie öffentliche Submissionen meinen, denn Submissionen im engeren Sinne haben ja auch den Charakter von freihändigen Verkäufen, Wir haben schon seit längerer Zeit öffentliche Submissionen grundsätzlich verboten, Vorsitzender: Welcher Teil der Mengen geht durch den frei- händigen Verkauf in die Hände des Verbrauchs über? Sachervständiger Fabian: Ein größerer Teil oder vielmehr der allergrößte Teil geht direkt an die Verbraucher, indem wir in aller- erster Linie zunächst schon den hüttenfertigen Schrott ausnahmslos unter Ausschaltung jedes Zwischenhandels direkt an Hütteneisenwerke, Gießereien ‚usw. verkaufen, während der nicht hüttenfertige Schrott, allerdings auch nur in gewissem beschränkten. Umfange, durch die Hand des Handels geht. Die Verhältnisse haben sich sehr wesentlich geändert. Früher wurde die Sortierung des Schrotts infolge der geringen Bedeu- tung, die man der Sache beilegte, etwas oberflächlich behandelt. Als ‚A