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        <title>Die Rohstoffversorgung der deutschen eisenerzeugenden Industrie</title>
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      <div>. Der Anteil des Schrotts an der gesamten englischen Stahlerzeugung 
ist von 30° im Jahre 1913 auf ungefähr 50 °% im Jahre 1925 ge- 
stiegen!). Der Schrottverbrauch der französischen Stahlwerke stieg 
von 1,474,000 t im Jahre 1913 (auf jetzigen Gebietsumfang umgerech- 
net) auf nicht weniger als 2,848,000 t im Jahre 1924 und 2,617,000 t 
Im Jahre 1925. In Polen sank allerdings der Schrottverbrauch der 
Stahlwerke (auf heutigen Gebietsumfang berechnet) von 942,000 + im 
Jahre 1913 auf 600,000 t im Jahre 1925. Der Rückgang ist auf die 
Wirtschaftslage Polens zurückzuführen. Der Anteil des Schrott- 
einsatzes an der Gesamterzeugung von Rohstahl stieg von 56,6 %% auf 
77,5 °%. Der Anteil des Schrotteinsatzes in der Tschechoslowakei an 
der gesamten Stahlerzeugung wird: auf 30° geschätzt. Der Schrott- 
verbrauch Italiens weist eine wesentliche Steigerung auf, denn während 
der Roheisenverbrauch von 842,000 t im Jahre 1913 auf 1,500,000 t im 
Jahre 1925 stieg, vergrößerte sich der Schrottverbrauch von 516.000 t 
auf 1,492,000 t in derselben Zeit. 
Der deutsche Schrottverbrauch ist in den eisenerzeugenden Gebieten 
verschieden groß”). Die Herstellung von Thomasstahl hat überwiegend 
In Rheinland-Westfalen ihren Standort, während das Siemens-Martin- 
Verfahren in allen deutschen Gebieten angewendet wird. In Sachsen ist 
nur in Zwickau, in Nord-, Ost- und Mitteldeutschland nur in Peine, in 
Süddeutschland nur in. der Oberpfalz je ein Thomasbetrieb, in Westober- 
Schlesien kein Thomasbetrieb vorhanden. Das Siegerland ist ganz auf 
Siemens-Martin-Betrieb gestellt. Tiegel- und Elektrostahlbetrieb 
kommen außerhalb von Rheinland-Westfalen nur vereinzelt vor. Das 
Hauptproduktionsgebiet an Siemens-Martin-Stahl und damit Haupt- 
bedarfsgebiet an Schrott ist Rheinland-Westfalen, da dort über 70% 
des gesamten deutschen Siemens-Martin-Stahls erzeugt werden; damit 
verbinden sich dort rund 90%, der deutschen Thomasstahlproduktion. 
Das zweitwichtigste geschlossene Siemens-Martin-Stahl-Produktions- 
gebiet ist Sachsen, auf das nicht ganz 6°% der gesamten deutschen 
Siemens-Martin-Produktion entfallen. Der Anteil Öberschlesiens beträgt 
etwas mehr als 5° der gesamten deutschen Siemens-Martin-Stahl- 
Örzeugung, der des Siegerlandes etwas weniger als 4 °/, und Süddeutsch- 
lands Nicht ganz 1°. Die unter der Bezeichnung Nord-, Ost- und 
Mitteldeutschland zusammengefaßten Betriebe verteilen sich über eine 
SO weite Fläche, daß man von einem geschlossenen Produktionsgebiet 
Nicht sprechen. kann. 
Der Schrottbedarf wird in der Hauptsache aus dem deutschen 
Inland gedeckt. Die wichtigsten Schrottquellen sind der Anfall in den 
Eisenhüttenwerken sowie Eisen- und Stahlformgießereien (eisenerzeu- 
Sende Industrie), der Anfall in den Werkstätten der verarbeitenden 
Industrie, zZ. B. BEisenbahnwerkstätten, Konstruktionswerkstätten, 
Maschinenbau, Schiffbau, Apparatebau, Fahrzeugbau usw. (weiterver- 
wi ‘) Diese und die folgenden Angaben sind den Unterlagen für die internationale 
Yirtschaftskonferenz in Bent entnommen, die aber nicht nach gleichmäßigen Ge- 
Sichtspunkten von den einzelnen Ländern gegeben wurden. 
2) s. Übersicht S. 924. 
8 Eng.-Aussch. III. Rohstoffvers. d. deutsch. eisenerzeug. Ind,</div>
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