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        <title>Die Rohstoffversorgung der deutschen eisenerzeugenden Industrie</title>
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      <div>lage für ihre Versorgung mit Thomaserz aus heimischen Vorkommen 
verloren haben. 
Für die Bewertung eines Eisenerzes kommen neben seiner minera- 
logischen Zusammensetzung und seiner Abbauwürdigkeit die Kosten 
Seiner Gewinnung einschließlich Transport zur Verbrauchsstelle in 
Betracht. 
Bei den Eisenerzen muß man den Mangangehalt, bei den soge- 
nannten Manganerzen auch den Eisengehalt mitberücksichtigen, wenn 
man das Erz richtig werten will. 
Für den Thomasprozeß kommen in erster Linie phosphorhaltige 
Erze in Frage, von denen” die Minette in Deutschland bis zum Kriegs- 
de eine besonders. große Rolle spielte. Diese Thomaserze liefern ein 
Roheisen mit etwa 2% Phosphorgehalt. Für die nicht nach dem /Thomas- 
verfahren weiterverarbeiteten. Roheisensorten, wie Stahleisen, Spiegel- 
%sen und Hämatit, müssen Erze mit möglichst geringem Phosphorgehalt 
verwandt werden, da bei den saueren Stahlerzeugungsverfahren eine 
Phosphorabscheidung nicht stattfindet. Dazwischen liegt eine dritte 
Gruppe Roheisen für Gießereizwecke, bei denen ein gewisser Phosphor- 
gehalt zulässig ist. 
Es ist ferner klar, daß die Abbaukosten dort, wo die Erze frei zu 
Tage anstehen und ähnlich wie in einem Steinbruch gewonnen werden 
können, sich viel günstiger gestalten als da, wo Erze mittels kost- 
Spieliger Schachtanlagen oder durch Stollen aus dem Innern der Erde 
herausgeholt werden müssen. Ferner spielen die Standorte der Erzlager- 
Stätten, ihre Entfernung von Wasserstraßen und der Eisenbahn sowie 
Yon den nächsten Kohlenvorkommen eine Rolle. Von großer Bedeutung 
Ist außerdem die chemische Verbindung, in der das Eisen auftritt, und 
die Zusammensetzung der in den Erzen vorhandenen, schlackenbildenden 
Erdarten. Manche Erze sind reich an Kalk, andere besitzen größere 
Mengen Kieselsäure, wieder andere enthalten viel Tonerde, manche 
führen Schwefel, Phosphor oder Titan. Ein bestimmter Schwefelgehalt 
der Erze darf nicht überschritten werden, da der aus ihnen hergestellte 
Stahl sonst zum Rotbruch neigt. 
.. Die industrielle Verwertbarkeit der deutschen Eisenerzsorten stellt 
Sich für die Hauptbezirke folgendermaßen?) : 
l. Das Siegerland. Das Siegerländer Erz kommt im Roh- 
Zustand. mit etwa 32 bis 36 °%, Eisen und 4,5 bis 7°% Mangan aus. Es 
SNthält in der Regel unter 0,05 °/, Phosphor und ist daher für die Her- 
Stellung von Stahl- und Spiegeleisen vorzüglich geeignet. Durch einen 
Röstprozeß kann das Erz infolge Austreibens der Kohlensäure veredelt 
und auf 48 % Eisen und etwa, 6 bis 9% Mangan gebracht werden. Das 
Rösten wird am Gewinnungsort vollzogen, um die Frachtkosten zum 
Hochofen zu verringern. Eine weitere Anreicherung kann durch Auf- 
bereitung erfolgen, wie sie auch für andere Erze in Frage kommen kann. 
A 7) Nach „Internationale Berpwirtschaft”, Heft 4, Januar 1926, S. 87: „Die 
Düssehi des deutschen Eisenerzbergbaues“ von Bergassessor Ulrich Wedding, 
eldorf£.</div>
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