XII

SPRACHE. AUSRÜSTUNG,

Ohne Kenntnis der spanischen Sprache (lengua castellana
oder idioma espanol) das Land zu bereisen, ist nicht unmöglich.
Mit Französisch kommt man auch in den besseren Gasthäusern der
Provinzialbauptstädte aus. Im übrigen ist man dann aber auf die
großen Fremdenrouten angewiesen und auch sonst allerhand Unbequemlichkeiten
 und Übervorteilungen ausgesetzt, Schon eine oberflächliche
 Kenntnis der Landessprache wird sich lohnen +,
Ausrüstung. Man kleide sich nicht zu salopp (Loden !) da
man dem Spanier sonst leicht lächerlich erscheint. Warme Winterkleider
 sind nicht überflüssig (vgl. S. xxxv). Wegen der in Coup,
Hotelomnibus, Diligence herrschenden Unsauberkeit ist ein leichter
Schutzmantel zweckmäßig, Man sorge für kräftige Koffer, denn
leichtere Gepäckstücke (Rohrplatten) sind mehrwöchiger Behandlung
auf den spanischen Eisenbahnen nicht gewachsen. Bürste, Tuch
und Insektenpulver halte man stets bereit, um nötigenfalls seinen
Sitzplatz im Coup6 zu reinigen. Außerdem ist im Handgepäck
Raum vorzusehen für Proviant (vgl. S. xvızr) nebst Besteck, Flasche
nnd Trinkglas. Für mehrere Personen empfiehlt sich ein besonderes
Körbchen zu dem Zweck. Auch eine Reiselampe sollte nicht fehlen
(vgl. S. xy). Schutzbrillen gegen Staub und grelles Licht werden

4 Empfehlenswert: zur Vorbereitung das Eco de Madrid von Pedro de
Mugica y Ortiz de Zaärate, Stuttgart, Wilh. Violet (1906; 31/z A); für unterwegs
 Meyers spanischer Sprachführer von MM. Ruppert, Leipzig, Bibliographisches
 Institut (3 A); Langenscheidts Taschenwörterbücher, Spanisch von
Ä. Paz y Melia, 2 Bde., Berlin-Schöneberg 1903 AM. .
Über die Aussprache sei kurz folgendes bemerkt, Abweichend vom
Deutschen lautet ch wie tisch, j guttural wie deutsches ch in ach (auch
am Wortanfang, z. B. Jerez), y wie deutsches j (nur am Wortende = i),
# wie 1j, ® wie nj, £ wie ein gelispeltes s, ähnlich dem scharfen englischen th,
c vor e und i wie span, z, sonst wie k, g vor e und i wie span. 3, sonst wie
im Deutschen, v wie w3; h ist stumm; gwue, gui, que, qui = ge, 8i, ke, ki;
soll in gue, gul das u gesprochen werden, so erhält es ein „crema“ (**,
z, B. Sigüenza); b wird sehr weich gesprochen, zwischen zwei Vokalen fast
wie w, &amp; ist am Wortschluß schwach hörbar (wie ein gelispeltes 8) oder
ganz stumm, 7 ein Zungenlaut, am Wortanfang und in 7 stark schnarrend,
s immer scharf ; x lautet vor Konsonanten wie s, sonst ebenso wie im Deutschen.
Die Betonung wird durch den Akzent nur bezeichnet, wenn sie von
der Regel abweicht. Als Regel gilt: mehrsilbige Wörter, die auf einen
Fokal oder n oder s endigen, haben den Ton auf der vorleizten, solche,
die auf einen der übrigen Konsonanten endigen, auf der letzten Bilde st
also die drittletzte Silbe betont, so steht steis der Akzent). Daher ohne
Akzent Granada, Esteban (mit dem Ton anf der vorletzten Silbe) und
Santander, Jerez usw. (mit dem Ton auf der letzten Silbe), dagegen Malaga,
Alcald, Sebastiän, Aledzar, Oddiz usw. Dabei gelten für die Akzentsetzung
die Vokalverbindungen a6, 40, &amp;a, €0, 0, ve als zweisilbig, alle übrigen als
einsilbig; also hat paseo den Ton auf e, patio den Ton auf a, beide ohne
Akzent, Dagegen wird der Akzent gesetzt, wenn in den Doppelvokalen ic,
ie, 10, iu, ua, we, wo, wi, uy (deren Hauptvokal gewöhnlich der zweite ist)
der erste Vokal den Ton hat, und wenn in ai (ay), au, &amp;i (ey), eu, 08 (04);
o% (deren Hauptvokal gewöhnlich der erste ist) der zweite Vokal den Ton
bat. Also Murcia, palacio, agua usW., Aber sillerfa, rio usw., aAire, Almeida,
Raus, Ceuta usw., aber parafso, baül usw. — In unserm Buche ist genau
ie spanische Akzentsetzung befolgt. Bei Beachtung obiger Regeln kann
ain Zweifel über die Betonune kaum entstehen.