XXI

POST. TELEGRAPH,

Stunden geöffnet, und zwar für die einzelnen Dienstzweige nachcinander.
 Die Schalterstunden werden aber selten genau eingehalten.
Auch sonst läßt das spanische Postwesen viel zu wünschen übrig.
Einen Postanweisungsverkehr mit dem Ausland oder telegraphische
Geldanweisung gibt es nicht, auch keine eigentliche Paketpost.
Ebensowenig werden eingeschriebene oder Wertpakete nach Spanien
befördert. Sicherer als mit Einschreibbriefen schickt man kleine
Geldbeträge mit Wertbriefen (carlas con yalores declarados). Da aber
deren Absendung in Spanien mit den umständlichsten Formalitäten
verknüpft ist, vermeide man sie möglichst, ebenso wie Empfang
and Versendung von Postpaketen (paquetes postales; bis kg zulässig),
 die man, da ihre Expedierung Sache der Eisenbahn ist, im
Despacho central (S. xvıır) aufgeben muß. Für das Inland gibt es
seit 1914 Postanweisungen, aber nur bis zu dem (nur einmal täglich
nach demselben Ort zulässigen) Betrage von 100 p. Ein großer Teil
der aus dem Ausland an Touristen gerichteten Postsachen geht infolge
 Verzögerung der Zustellung oder aus andern Gründen verloren,
Postlagernde Briefe (cartas en Zista) sind bei der herrschenden Unordnung
 schwer herauszufinden. Eine Erleichterung bieten autfallende
 Couverts und Adressen in Maschinenschrift oder Druck. Die
Adresse sei in spanischer Sprache abgefaßt, ohne "Titel, aber mit
ausgeschriebenem Vornamen und dem Zusatze D. (Don) davor (z. B.
„Senor D. Emil X ...“). Am Schalter weist man ein entsprechendes
Couvertoder seine Visitenkarte (tarjeta ; vgl. S. xı!1) vor, Man mache
sich aber stets auf langes Warten gefaßt. Sicherer ist die Adressierung
an den Gasthof, doch ist man dadurch mehr gebunden. Am besten
beschränkt man die Korrespondenz tunlichst und läßt sie sich gesammelt
 und eingeschrieben an wenige Hauptplätze unter der Adresse
des vorher zu benachrichtigenden Konsulats oder Bankiers zusenden.
Abzusendende Briefe lasse man möglichst einschreiben (certificar ;
25 0.) oder werfe man, da das Hotelpersonal unzuverlässig ist, persönlich
 in den Briefkasten (huzön) des Hauptpostamts (nicht den
des Hotels, des Tabaksladens oder am Bahnhof). Freimarken ( sellos}
erhält man. am bequemsten in den Tabaksläden (estancos; S. xXvI).
Das Porto für Briefe beträgt: innerhalb der Stadt bis 500 gr. 10 6.3
innerhalb Spaniens je 15 gr. 15 c., nach Portugal und Gibraltar je 45 gr.
10 c., nach Tanger bis 30 gr. 40 e., im Weltpostverein bis 20 gr. De., weiter
i5c. für je 15 gr. Unfrankierte Inlandbriefe werden nicht befördert; für
ungenügend frankierte Auslandsbriefe ist das Doppelte des Fehlbetrags
nachzuzahlen. — Postkarten ((arjetas postales): innerhalb der Stadt,
sowie nach Portugal und Gibraltar 5 c. ; im übrigen In- und Ausland 10 0. —
Drucksachen (impresos): je 10 gr. 1/4 c., nach dem Auslande je 50 gr. 5 c.
— Warenproben (muestras de comercio): je 20 gr. De., nach dem Auslande
je 50 gr. 56. — Dem Briefträger (cartero) sind für alle spanischen Brief-Sachen
 je c. zu entrichten ; Auslandsbriefe werden unentgeltlich verabfolgt,

Telegramme (telegramas) sind mit eigenen Marken (sellos de
tel&amp;grafos) zu frankieren, die an besonderen Schaltern zu entnehmen
sind, Für den rechtzeitigen Empfang von Telegrammen gilt das
zon den Briefen Gesagte.