XXIV

GASTHÖFE:

besonders berechnet (1- 11/2 p.). Außerhalb der gewöhnlichen
Speisezeit sind warme Speisen selten erhältlich. Alle „Extras“
sind unverhältnismäßig teuer. Die Verpflegung ist gewöhnlich gut
and reichlich,‘ aber etwas eintönig; anstatt der Butter wird durchweg
 Olivenöl verwendet. An Stelle eines nicht zusagenden Gerichts
kann man etwas anderes, ein paar Eier, eine Scheibe Schinken oder
dgl., verlangen, Die Schlafzimmer sind meist dürftig, die Betten
aber sauber und gut; doch halte man in der wärmeren Jahreszeit
Insektenpulver stets bereit, Gesellschaftsräume sind nicht überall
vorgesehen, die Badezimmer nicht immer benutzbar (das Bad gzewöhnlich
 2 p.). Das Dienstpersonal (Kellner eumarero , Zimmermädchen
 camarera, muchacha, Hausknecht mozo) ist im allgemeinen
zehr lässig. Ausländer findet man fast nirgends darunter. Der
spanische Kellner, der sich als Caballero (vgl. S. xx1x) gerne aut
dieselbe Stufe mit dem Gast stellt, läßt es an Dienstbeflissenheit
fehlen und bringt es höchstens zu einem gönnerhaften Wohlwollen,
Auf zeitiges Wecken und Frühstück bei Benutzung von Frühzügen
ist selten zu rechnen. Schuhe und Kleider werden in den Gasthöfen,
 besonders der kleinern Orte, vielfach nicht gereinigt. Herren
werden es vorziehen, ihr Schuhwerk im Saldn de limpiabotas oder
auf der Straße putzen zu lassen (15 c. und 10 c. Trkg.). Seine
Tollettengegenstände schließe man weg, um sie vor der Mitbenutzung
Aurch die Zimmerbedienung zu bewahren, — Bessere Pensionen,
meist von Ausländerinnen geführt, gibt es nur in Madrid, Barcelona,
Granada, Mälaga. Die nirgends fehlenden rein spanischen Casas de
AuEspedes stehen hinsichtlich der Reinlichkeit auf niedriger Stufe
und eignen sich nur für Landeskundige,

Zum Bahnhof senden die größeren Gasthöfe Kommissionäre (inter
prefes), die meist nur etwas französisch sprechen. Sie stehen aber hänlig,
wie auch die Führer und andere hilfreiche Personen, in keinem Abhängigkeitsverhältnis
 zu der Hotelleitung, trotz der Mütze mit dem Namen, die
also keinerlei Garantie bietet. Die Benutzung der Hotelomnibusse (coches)
samt Gepäckbeförderung wird mit 1-2!/2 p. in Rechnung gestellt. In kleineren
Städten zahlt man direkt an den Kutscher. In größeren kann man auch
den S. xvırı gen, Omnibus general oder Droschken (coches de plaza oder de
punto) benutzen; man hat dann den Vorteil, daß man nicht auf die Zolldurchsuchung
 (Konsumsteuer, S, xın) der Mitreisenden zu warten braucht,
vor diesen das Hotel erreicht und, falls man kein passendes Zimmer findet,
weiterfahren kann, Man vereinbare den Fahrpreis auch für das Handgepäck
vor dem Kim iSigen und beachte bei Einsichtnahme in den Tarif, daß die
Einspänner häufig den sie betreffenden Teil entfernt baben und den für
Zweispdänner vorzeigen.

Im Hotel einige man sich rechtzeitig mit dem Wirt oder dem Zimmerkellner
 über den Zimmer- und Pensionspreis („cuanto pago por dia?“).
in Madrid und einzelnen nordspanischen Städten unterscheidet man wohl
primer piso, piso principal und piso segundo, so daß der Fremde, dem ein
Zimmer im zweiten Stock zugesagt wurde, in Wirklichkeit in den dritten
Stock geführt wird, — In kleinen Städten wird die Nachtruhe durch die
auten Stundenrufe des Nachtwächters (sereno) beeinträchtigt, In Südspanien,
 namentlich in Mälaga und Sevilla, können die Mücken (mosquit0s)
‚ästig werden; ebenso auch in San Sebastiän, Erste Regel sei, während
ler N nTMeTUNg und bei Licht das Fenster zu schließen. Man überzeuge