XAXVIE TRINKGELD. FÜHRER.

IX. Trinkgelder. Fremdenführer, Öffentliche Sicherheit, Bettelei.
Trinkgeld (propina) in Kirchen und Sammlungen s. S. XXvıl.
Kutscher, Eseltreiber, Führer erwarten zum Lohne 15-25 c., bei
mehrstündigem Dienst entsprechend mehr, In den besseren Gasthäusern
 veranschlage man das Trinkgeld etwa auf 10% vom Pensionspreis,
 bei mehrtägigem Aufenthalt auf weniger, durchschnittlich
1 p. für Tag und Person, und überlasse die Hälfte der Summe dem
OberkeNner im Speisesaal, den Rest zu gleichen Teilen dem Zimmerkellner
 oder dem Stubenmädchen und dem Hausknecht. In vielen
Hotels haben neuerdings die Angestellten eine gemeinschaftliche
Kasse für Trinkgelder, so daß man nur an einen zu zahlen braucht.
Man frage den Wirt, In kleineren Häusern sowie auf dem Lande
genügen !14-3/4 p.
Die gewerbsmäßigen Führer (guias; Kinzahl el gufu), die außerhalb
 der Saison häufig den niedrigsten Volkskreisen angehören, sind
bei ihrem geringen Bildungsgrad dem Reisenden meist nutzlos,
Auch bei geringfügigen Leistungen pochen sie anf ihre teilweise
hohe Taxe (6-10 p.)., Dem Benutzer dieses Reisebuches werden sie
im allgemeinen entbehrlich sein. Im Zweifelsfalle wird irgendein
Junge für wenige Reales bis zum nächsten Ziele der Wanderung
mitgehen, Dolmetscher (interpretes}) verlangen das Doppelte der
Führer, können aber selten wirklich in einer fremden Sprache Rede
stehen, wenn sie auch anfangs durch einige eingelernte Redensarten
 diese Täuschung hervorzurufen verstehen. Auch mit den aufdringlichen
 Interpretes der Gasthöfe lasse man sich nicht ein.
Sprachgewandte Kuriere erhalten für längere Reisen bis zu 20 p.
den Tag, nebst freier Rückfahrt an den Ausgangsort, wofür sie
sich selbst verpflegen. Ihre Begleitung erhöht also die Reisekosten
wesentlich, gewährt aber bei starkem Fremdenverkehr auch die
Sicherheit ordentlicher Unterkunft,
Die öffentliche Sicherheit ist in den Städten ungefähr dieselbe
wie bei uns. Bei Ausflügen weit über Land wird man besonders in
Südspanien gut tun, sich in der Gendarmeriekaserne nach der
Sicherheit zu erkundigen. Einzelne Fälle von Wegelagerei (bandolerismo)
 kommen immer wieder vor. Die Gendarmen (guardia
civil; Uniform: dunkelblauer Frackrock, mit roter Einfassung, und
Dreimaster) verdienen Zutrauen, Dagegen nützt es selten, die Hilfe
der Polizei (guardia municipal, guardia de orden pühlico) in Auspruch
zu nehmen, Bei Volksaufläufen, Verbrechen und Unfällen mache
man sich schleunigst aus dem Staube, da die vorsichtigen Behörden,
um den Schuldigen nicht entrinnen zu lassen, oft auch unbeteiligte
Zuschauer verhaften, — Zur Führung von Waffen ist ein besondarter
Erlaubnisschein erforderlich,
Die Bettelei ist durch die Bemühungen der Behörden in letzter
Zeit etwas zurückgedrängt worden, aber an einzelnen Orten immer
noch eine Plage des Reisenden. Die Bettler sind in Spanien nicht