STPIERGEFECHTE. XXXAU

licher und sehr selten ist der recibiendo ausgeführte Stoß, wobei der
Espada den Angriff des Stieres stehend aufnimmt, indem.er ihn in
die Degenklinge rennen läßt. Ein Puntillero gibt dem erlegten
“5 = .
Tier den Gnadenstoß. Die Kadaver werden von Maultiergespannen
hinausgeschleppt, die Blutspuren mit Sand verdeckt und dann das
Schauspiel bis zum Einbruch der Dunkelheit 6-83mal wiederholt.
Die Vorführungen stellen starke Anforderungen an die Nerven
der Zuschauer, namentlich das erbarmungslose Hinschlachten der
Pferde ist widerwärtig und oft tragen auch die Stierkämpfer schwere,
mitunter tödliche Verletzungen davon, Alle Versuche aber, die Stier-Zefechte
 zu unterdrücken, sind erfolglos geblieben. Es fehlt zwar
im Lande selbst nicht an Gegnern der bluttriefenden Belustigungen,
Aber die große Masse, Hoch wie Niedrig, hängt mit Leidenschaft
an dem Schauspiel, dessen Vorgänge sein ganzes Interesse auch
noch außerhalb der Arena gefangen nehmen, Die Feinheiten der
Vorführungen zu würdigen vermag der Neuling nur; wenn Sachverständige
 (aficionados) ihn darauf aufmerksam machen.
nn Die Literatur über die Stierkämpfe („literatura taurina“) ist sehr umfangreich,
 Den besten Einblick in alle damit zusammenhängenden Verhältnisse
 und in: die Denkart des spanischen Volkes gewährt der Roman
»Sangre y Arena“ von Blasco Ibunez (deutsch „Die Arena“, München 1910,
U 40). "Zu erwähnen ferner: Moratin, Origen y progreso de las fiestas de
Nr0RG Veldzquez y Scnchez, Anales del toreo; Bedoya, Historia del toreo;
Ninecher de Neira, Dieeionario taurdmaco; Sanchez Lozano, Manuel de Tauro-Hechie
 {aus dem. Spanischen übersetzt, Paris 1894). Streitschriften gegen
3° Stiergefechte sind: W. Joest, Spanische Stiergefechte (Berlin 1889,
DO: J; Navarrete, Los toros; N. Mariscal, Epistola antitaurömaca, —
S gelesensten Zeitungen erscheinen in Madrid: El Toreo, Los Toros, Sol
v Sombra, letztere mit INustrationen. Das „Reglamento vigente para las
heridas de toros“ von Leopoldo Vazquez (4 p.) belehrt über die amtlichen
C eitimmungen in der Proving Madrid, das „Manual del afcionado &amp; las
ae ridas de Taros“ von Selarom (TS c.) über die verschiedenen Suertes,
Bin alone de tauromaquia“ von R. Pellico (1 p.) über die technischen
ANZzelheiten.

In Portugal verlaufen die Stiergefechte gewöhnlich unblutig. Beim KEin-Zug
 reitet Se Picador, hier Cuvalheiro genaunt, im altportugiesischen Hof-Keide
 mit dreieckigem Hut, zuerst auf einem Paradepferde die altspanische
Schule ab, erbittet dann von dem. Presidente da Praca die Erlaubnis zum
Beginn das Kampfes und begrüßt das Publikum (as cortesias do cavalheiro).
Der Aufzug löst sich suf, der Cavalheiro kehrt auf einem andern Pferde
Mlein zurück, Auf ein Trompetensignal wird der Stier hereingelassen; zur
Verminderung der Gefahr sind seine Hörner mit Lederüberzügen versehen,
Dis Pferde sind wertvolle, gut dressierte Tiere, die man möglichst schont,
er Reiter bekämpft den Stier mit einer langen Lanze (farpa) und zeigt
na Geschicklichkeit darin, daß er sein Pferd vor Berührung durch den
N bewahrt, Unterdessen reizen die Capinhas, so genannt nach der über
(Me Schulter geworfenen Capa, den Stier mit dem bunten Mantel und haben
im Notfalle Boß und Reiter zu schützen. Bisweilen tritt dem schon €r-Se
 üdeten Stier eine Gruppe Mocos de forcado entgegen, deren, Vormann
vn auf die Hörner nehmen 1üßt und sich festhält, während die übrigen
Kon Stier mit bloßen Händen greifen und festhalten, Zum Schluß markiert
Ar ein Zspada den Todesstoß mit einem hölzernen Schwerte. Dann wor
ven lier von abgerichteten Ochsen mit Glocken am Halse abgeholt und
Si Äßt eiligst den Zirkus. An einem Tage werden gewöhnlich nur dr
Hart® von Cavajlheiros bekämpft. An. den übrigen Stieren zeigen die mi
*andarilkas (8. 8, xxx1) ausgerüsteten Bandarilheiros zu Fuß ihre Kunst
Bredekers Spanien u. Portugal. 4. Auß.