XXXIVY BASKISCHE BALLSPIELE.

Widerwärtig sind die Hahnenkämpfe (peleas de gallos), die fast
nur aus mehr oder weniger zweifelhaften Gesellschaftskreisen besucht
 werden und hauptsächlich der Wettlust dienen, Auf dem Dorf
bilden sie häufig das Sonntagsvergnügen in den Schenken, In
einigen Städten gibt es eigene Circos de gallos.
Das Baskische Ballspiel (juego de pelota), als Volksbelustigung
noch im Baskenland üblich, ist jetzt als Sport allgemein verbreitet
 und wird vielfach von Berufsspielern /pelotaris) betrieben.
Es gibt offene und geschlossene Spielhallen (frontones), meist von
11m Breite und 64-80m Länge. Auf der einen Seite ist die Spielbahn
 (cancha) mit ihrem Nebenraum (contracancha), auf der anderen
Seite und vorn sind die Zuschauerplätze; eifrige Sportsleute sitzen
in der Contracancha hinter den Schiedsrichtern (Fremden sind die
entresuelos und palcos zu empfehlen). Die Parteien (bandos), eine
rote und eine weiße oder blaue, bestehen aus dem Vorspieler
(delantero) und zwei Hilfsspielern (zagueros). Jeder Spieler ist mit
einer Wurfkelle (cesta) versehen, die an einem Lederhandschuh
befestigt ist. Die Bälle sind aus Gummi mit einem Lederüberzug
und genau 120gr schwer. Jede Partei hat 12 Bälle. Der erste Ballwurf
 heißt el saque. Der die Partie beginnende Delantero schleudert
den Ball gegen die Spielwand; beim Rückprall, der bis in eine
bestimmte Abteilung der Bahn reichen muß, fängt ihn einer der
gegnerischen Zagueros auf und treibt ihn von neuem gegen die
Wand, worauf wieder die erste Partei eingreift, Jeder Fehler verschafft
 der Gegenpartei einen Punkt (tanto), der an der Wand der
Contracancha markiert wird, Wer die wenigsten Fehler macht, also
zuerst die vereinbarte Anzahl Tantos erreicht, hat gewonnen. Auch
hier wird viel gewettet.
Literatur: Pia y Got, La pelota y los pelotaris, 1892; X., Teorfa
Jel juego de pelota, 1893: Mirallas. El ijueeo de pelota, 1893. yaw.

XII. Klima und Gesundheitspflege. Ärzte und Apotheken.
Wie hinsichtlich der Bevölkerung, der Bodengestaltung und des
landschaftlichen Charakters, zeigt die iberische Halbinsel auch im
Klima die größten Gegensätze. Das rings von Gebirgen umschlossene
spenische Hochland hat alle Eigentümlichkeiten des Kontinentalklimas:
 kalte Winter und heiße Sommer, starke Temperaturschwankungen,
 geringe Niederschläge und Luftfeuchtigkeit, Die mittlere
Jahrestemperatur beträgt in Madrid 13,,° C. (Berlin 9, Heidelberg
10,3°), die Durchschnittswärme des Januar 4,5°, die des Juli 24,9°,
die größte, beobachtete Kälte — 11,9%, die größte Wärme -+ 43,3°C.,
die Regenhöhe jährlich 390mm (Berlin 590,7, Heidelberg 691,4 mm),
in Salamanca sogar nur 275mm.
In der Ebroniederung sind die Wärmeschwankungen etwas gesinger.
 Zaragoza hat 14,5° C. Durchschnittswärme, — 7,4° Minimum
and + 41° Maximum, Die Niederschlagsmenge ist unbedeutend.'
Das Klima der katalanisch- vralenzischen Mittelmeerküste ist