KUNSTGESCHICHTE. Baukunst, L1

Baukunst,
Diese Beobachtungen drängen sich dem Besucher Spaniens
lirgends öfter auf als in der Baukunst, ‘Obwohl die Spanier’, sagt
Fergusson, ‘erfüllt waren von Liebe zur Architektur und dem lebhaften
 Wunsch, deren Werke zu besitzen, so scheint die Natur ihnen
doch das erfinderische Vermögen versagt zu haben, sich selbst mit
den ihrem geistigen Wesen so unentbehrlichen Schöpfungen zu ver-Sorgen),

Von dem Reichtum öffentlicher Nutz- und Prachtbauten, die in
ler römischen Kaiserzeit Spanien bedeckten, geben die Ruinen
nur dürttige Begriffe. Merida (S. 444), die von Augustus begründete
 Militärkolonie, die Hauptstadt Lusitaniens, ist noch heute der
Teichste Platz. Die große Brücke, einst von 81 Bogen, die beiden
Aquädukte, Theater, Amphitheater, Naumachie und Zirkus, der
zur Kirche verbaute Marstempel, Triumphbogen und Forum geben
Nebst Thermen, Villen und Lagern eine Vorstellung von dem In-Vöntar,
 das in den Tagen der Trajau, Hadrian und Marc Aurel alle
Ztößeren Städte aufwiesen. Nur unförmliche Ruinen von Gußwerk
findet man in Santipınce (Italica, S. 403), Tarragona (S. 259/260),
Sagunt (8. 277). Das imposanteste Denkmal-ist der Aquädukt von
Segovia (S. 114).
Wer an der mittelalterlichen Kunst Spaniens Freude gefunden
hat, wird kaum dem Verlangen widerstehen, ihre Uranfänge in den
Orten der ältesten nördlichen Staaten, dem Ausgangspunkt der Re-“ONquista,
 aufzusuchen, seine Pilgerfahrt mit dem Grab des Pela-5lus
 in der Höhle von Covadonga (S. 167) eröffnend. Diese kleinen
Kirchen darf man als eine Fortsetzung der Bauten der Westgoten-Zeit
 (414-711) betrachten, von deren prunkvoller Ausstattung man
En nur nach spärlichen Resten und Analogien, Säulen in der
w Oschee von Cördoba, in Toledo und Merida, wie auch nach den
eihkronen von Guarrazar in der Armerfa zu Madrid (S. 96) und
i Musee de Cluny zu Paris eine Ahnung verschaffen kanı. Das
Mschlein 8, Juan des Täufers in Bafıos (S. 25) am Pisuerga, laut
190m tt gegründet von Recceswinth (661), mit Hufeisenbogen, ist
6 Völlig renoviert worden.
dor ie ältesten jener asturischen Kirchen des 1x.-x, Jahrhunderts,
guel Obras delos Godos genannt, findet man bei Oviedo: S, Mi-Ko
 de Lino (S. 167), ein Zentralbau in Form des griechischen
(849 mit drei Apsiden und Tonnengewölben, von Ramiro I,
Pal. 20) stammend, und 8. Marfa de Naranco (S. 167), wohl sein
ade , Zur Kirche umgewandelt. An diese schließen sich; 8. Saldet
 nn de Valdedids (S. 169; 898), S. Cristina de Lena, S. Miguel
in Made (8. 152; 918), mit zwölfsäuligem Portikus. Leichter
8. Pal €n sind. in Barcelona die Kirchen der Benediktinerabteien
S. 987 del Campo (914 ; S. 228) und S. Podro de las Puellas (945 ;