LYII. Baukunst, KUNSTGESCHICHTE. Plateresker und

Spanien eindrang. Prunkvolle Grabmäler wurden in Genua und
Üarrara bestellt oder von den ins Land gerufenen Lombarden und
Florentinern an Ort und Stelle ausgeführt. Die ornamentale Ausstattung
 seines Schlosses Calahorra (8.320) gab Rodrigo de Mendoza
Gemnueser Meistern in Auftrag (1510). Der Marques von Tarifa (8.392)
bestellte die Grabmäler seiner Eltern, Enriquez und Catalina de
Ribera, auf seiner Palästinareise 1520 in Genua (S. 1xvr), Dagegen
finden wir unter den bahnbrechenden und schulbildenden Künstlern,
den Schöpfern einer nationalen Nuance dieser Renaissance, niederländische,
 burgundische und spanische Namen.
Die frühesten monumentalen Bauwerke, in denen der neue Stil
angewandt wurde, zunächst in reichen Prunkstücken, Portalen,
Fassaden, Fensterverkleidungen, stammen von dem hochangesehenen,
von Hause aus gotischen Baumeister der Kathedrale von Toledo
Enrique de Egas (aus einer Brüsseler Familie). Dazu gehören das
Kolleg von Santa Cruz in Valladolid (S. 37; 1480-92), das Hospital
von Santa Cruz in Toledo (S. 135; 1504) und die Hospitäler von
Granada (S. 333) und Santiayo (S. 183), mit Kirche und vier um
eine Zentralkuppel gruppierten Höfen, — Als Karl V., vermählt mit
Isabella von Portugal, 1526 in Granada erschien, beschloß er, auf
dem Alhambrahügel ein Residenzschloß zu gründen, und er fand
dort einen baukundigen Maler, PEDro MAcHUCA, dem er diesen
ersten spanischen Cinquecentopalast (S, 348) anvertrauen konnte,
mit dem originellen kreisrunden Hof in zwei dorischen Ordnungen;
das reiche Südportal lieferte N1ccoLö DA ORTE aus Genua,
Ein Zentrum der neuen Weise hatte sich inzwischen in Burgos
gebildet durch Diego de Siloe (| 1563), den Sohn des gotischen Gil
(S. nxIv), und seinen Freund, den Bildhauer Bartolome Ordöfiez
(S. .xvir). Hervorragend ist Siloe als dekorativer Künstler (Escalera
dorada, S. 31; 1519). CRrRıstöBAL ANDINO, der erste rejero seiner Zeit,
beherrschte die klassischen Ordnungen. Ebendort begaun der Burgunder
 Philipp Vigarnf seine spanische Laufbahn (S. 1xvır). Von
Burgos wurde Siloe nach Granada berufen (1525), um die von Egas
nach dem Muster von Toledo geplante Kathedrale (S. 327) in den
neuen Formen (4 lo romano) auszuführen ; sie wurde ein Gegenstück
zu 8. Eustache in Paris, Er beherrschte den dortigen Kirchenbau
bis zu seinem Tode, Querschiff, Kreuzgangportale von S. Jerönimo
(3. 334) und einige Tore der Kathedrale (vgl. S. 1x) wurden die
Muster zahlreicher Portale und Fassaden (die schönste Santa Ana;
8.331), denen Granada die malerische Physiognomie verdankt. Siloe
lieferte auch den Plan der Kathedrale von Mälaga (S. 371; 1538)
In Sevilla knüpft sich die Gründung dreier Prachträume, des
Stadthauses, der Sacristfa Mayor und der Sala Capitular der Kathedrale
(S. 391, 389, 390), deren Ausführung aber fast das ganze Jahrhundert
 in Anspruch nahm, an den Namen des Diego de Riafio (+ 1534).
Das Stadthaus, 1527 begonnen, ist eins der feinsten Werke seiner Art,
jedes Ornament und auch die Statuen lohnen eingehende Betrachtung