Adelspuläste, KUNSTGESCHICHTE. Baukunst. LXIL

Reisende hier vielleicht das gelobte Land feudaler Burgen zu beireten
 erwarten. Allein mancher dürfte von seiner iberischen Fahrt
/üurückkommen, ohne anderes als formlose Ruinen gesehen zu haben.
Der Absentismus ist in keinem Lande den Adelssitzen so verhängnisvoll
 gewesen. Doch begegnet man in Andalusien fast an allen alten
Orten gewaltigen Alkazars über oder neben den modernen Städten,
um die sich einst der Rassenkampf bewegt hat. Die Wohnsitze der
Adelsgeschlechter muß man in den Städten suchen, ‘Zu den be-Merkenswertesten
 gehören der spätgotische Palast der Benavente
Zu Baeza (S. 319), der Medinaceli zu Cogolludo (8. 189), der Velasco
und der Miranda in Burgos (S. 34), der Mendoza in Guadalajara (Infantadopalast,
 s. S, zvr), der Borja zu Gandia (S. 296), die Casa de
Pilatos zu Sevilla (s. S. Lvr), die Casa de Castril in Granada (S. 8331),
der Palast der Monterey u. a. in Salamanca (8. 153), der des Erzbischofs
 Fonseca in Alcald (S. z1x). Eine imposante Ruine ist der
Palast des Herzogs von Alba bei Alba de Tormes (S. 157). Ein Juwel
War das Schloß der Fonseca bei Coca (S. 45), noch als Ruine be-ZauUberng_


Skulptur.

Die Antänge der Skulptur, dieser zur Zeit noch am wenigsten
°ekannten. Kunst Spaniens, sind bis auf die älteste Zeit zurück-/Werfolgen.
 In San Felit zu Gerona sieht man vier altchristliche
Sarkophage neben zwei römischen (S. 217). Dann folgt freilich, wie
nn Italien, eine lange Nacht. Aus westgotischer Zeit gibt es nur einige
"rümmer, Wer sich an Reliquien der ersten Jahrhunderte der Re-°ONquista
 erbauen will, muß vor allem nach Asturien pilgern, die
Dämara Santa zu Oviedo (S. 165/6), studieren, das Kruzifix des Cid
N Salamanca (S. 155) und in der Rioja das Reliquienkästchen des
bh. Millän aus dem Jahr 1035 (S. 206) aufsuchen. Auch das Archäo-‘ogische
 Museum-in Madrid enthält manches (8, 85).
Steinwerke dürften sich vor dem xr. Jahrhundert nicht nach-Weisen
 lassen, und bis in die zweite Hälfte des xır. kann, angesichts
der barbarischen Steinmetzarbeiten an Portalen, "Taufsteinen und
Grabmälern, von einer Kunst der Bildhauerei kaum die Rede sein.
Noch lange halten sich die canteros und entalladores auf niedrigem
Niveau. Man darf annehmen, daß das Beste auch des xım und
XIV, Jahrhunderts meist französischen und italienischen
Ursprungs ist, selbst da, wo fremde Namen nicht nachzuweisen
de Das beweist die Übereinstimmung mit Arbeiten dieser Länder,
de dort das Ergebnis einer stetigen Geschichte sind, und das Fehlen
Mi Zusammenhangs in Spanien, wo das vereinzelte Gute in der
inderwertigkeit der Masse auffällt,
« Die ersten Versuche der Steinskulptur findet man im Nordwesten
end In den Pyrenäenländern, z. B. in San Salvador de Leire in Naärra,
 San Pedro zu Hwesca (S. 208: Lünette), Ripoll (S. 218; Par-