LXIE Skulptur, KUNSTGESCHICHTE, XLL-XLV,Jahrh.:

tada), San Pablo del Campo zu Barcelona (S. 228). In der Fassade
von San Isidoro zu Ledn (S. 150), an der Südseite der Kathedrale
von Santiago (S. 181) wurden Stücke aus älteren Bauten aufgenommen
und gerettet. Die Figuren des xIr. Jahrhunderts sind meist puppenhaft,
 selbst noch an dem königlichen Grabmal zu Ndjera (S. 206);
das Sancho III. (1157) der Dofia Blanca errichtete. In der Kathedrale
zu Barcelona, also an einem reichen, den Verkehr mit den Mittelmeerländern
 beherrschenden Platz, gibt der Sarkophag der h. Eulalia
{S. 232; 1327) einen Wink, womit man sich dort noch am Anfang
des xIv. Jahrhunderts behelfen mußte.
Vermittler weitverzweigter Einflüsse aus dem Nordosten waren
die großen Orden, besonders der von Cluny. Da darf es nicht in
Erstaunen setzen, wenn neben jenen barbarischen Versuchen unvermittelt
 Werke auftreten, die wie Wunder dastehen, Der Pörtico de
la Gloria von Santiago de Compostela (S, 182) ist gewiß ebenso
fremden Ursprungs wie die Kirche selbst; der Architekt nennt sich
MaAzstRE MaATEO (1188). Hervorragende Statuen zieren das Südportal
 von San Vicente zu Avila (S, 43); sie gehören, nach der
Übereinstimmung des Stils mit der reichen steinernen Arca des
Heiligen, dem Hauptwerk dieser Art, in derselben Kirche, bereits
dem xın, Jahrhundert an. Den Erfindungsgeist romanischer Steinmetzen
 kann man in Kreuzgängen und Kirchen des xır, und xur, Jahrhunderts
 genießen; ein "Tummelplatz waren die Kapitäle: neben
der heiligen Geschichte und rein dekorativen Motiven wechseln
Tierfabeln, Phantasiewesen, Szenen aus dem Kreislauf des Lebens:
San Cugat bei Barcelona (8. 239), Lerida (S. 243), Eine (S. 214).
Die Kathedrale von. Tarragona (S. 256) bietet eine fast vollständige
 Übersicht der in Spanien vorkommenden Stilformen ‚von
Altchristlichem (Sarkophag in der Fassade) bis zum Barock. Der
maurische Mihräb (?) fehlt nicht. Das altertümliche Tor zum Kreuzyang
 (S. 258) enthält ein merkwürdiges vorgotisches Marmorwerk.
Obwohl nun selbst in Denkmälern von ausgebildet gotischer
Ornamentierung noch bis ins x1v. Jahrhundert romanische oder auch
ganz rohe Figuren vorkommen, so hatte doch in der zweiten Hälfte
des xun hier und da der neue nordfranzösische Stil Eingang
zefunden, Von da ab kann man alle seine Wandlungen verfolgen, oft
in höchst ausgezeichneten Werken. — Und hier Nun, wo zum erstenmal
 im Mittelalter die ausgelebten Formen einer fast tausendjährigen
Überlieferung abgeschüttelt werden, hier, wo mit dem Lebenshauch
wirklichen Schaffens und dem Leben entnommener Gestalten zuerst
ein moderner Stil auftritt, hier ist auch zum erstenmal künstlerischer
Genuß zu erhoffen.
Ein Museum vortrefflicher Bildwerke enthalten der Kreuzgang
und die Portale der Kathedrale zu Burgos (8, 31, 29), von der befangen
 starren Weise des xım. Jahrhunderts an (Aposteltor) bis zur
Grazie des xIv, Jahrhunderts; leider fehlen die Daten, Diese sowie
die Namen der Steinmetzen tragen die Apostel des Hauptportals der

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