LXXVI Malerei. KUNSTGESCHICHTE, AL. bis

Zarcillo, wenn auch der erste in seiner Art, stand doch nicht
allein, Eine Anzahl solcher Schnitzwerke von baskischen Künstlern
wie ARISMENDI, RoN, war in einem Nebenraum der Kirche. Santa
Maria zu San. Sebastiän erhalten, wurde aber im J, 1880 zum Teil
verbrannt, — Nach einer Episode pseudogriechischer Plastik, als
deren Hauptvertreter Jost ALvAREz (1768-1827) gelten darf unv
aus der im übrigen etwa das Denkmal Dos de mayo und die Brunnen
 des Prado in Madrid (S. 60) erwähnt seien, ist man neuerdings zum
Naturalismus zurückgekehrt, Ansprechende Tonarbeiten lieferten
z. B, die VALLMITJANA in Barcelona, Auch die große Monumentalplastik
 in Bronze wird dort von Erzgießereien mit Erfolg gepflegi
and. hat den spanischen Städten manche vortrefflichen Bildwerke
reschenkt.

Malerei.
Von Malereien der westgotischen Zeit ist nichts: erhalten, ‚abe:
man darf annehmen, daß die Miniaturen der nächsten Jahrhunderte
 nach der Eroberung, Spaniens durch die Araber verwilderte
Ausläufer der gotischen Überlieferung sind. Die reichsten Sammlungen
 illustrierter Handschriften besitzen der Escorial (S. 112), die
Nationalbibliothek und die Akademie der Geschichte zu Madrid
(S. 83 und 104). Der barbarisch entartete lateinische Stil der Zeichnung
 (oft „byzantinisch“ genannt) ist, wie in der fränkischen Buchmalerei,
 vermischt mit nordischen (irischen) Motiven der Ornamentik.
Das menschliche Antlitz ist zuweilen nur in kalligraphischen Schnörkein
 angedeutet. Aber ein ganz neues Element begegnet uns in
Handschriften aus San Miltän in der Rioja (S. 206) seit dem xt. Jahrhundert,
 Der Kommentar des Mönches Beatus zur Apokalypse aus
Gerona (S. 104) enthält Vollbilder arabischer Palastfassaden mit Hufeisenbogen
 und Zinnen. Hier hat also bereits in den Anfängen spänischer
 Kultur jene Infiltration des orientalischen Stils begonnen,
die uns nun durch fünf Jahrhunderte begleitet und in Prachtwerken
ansklingt.
Von Wandmalereien vor.dem Eindringen des Spitzbogenstils
sind nur einige Reliquien übrig, wie die Heiligenfguren in. den
Nischen des S, vi gen. Kirchleins El Cristo de la Luz in Toledo,
und die umfangreichen Gewölbemalereien al secco in der Katharinenkapelle
 von San Isidoro zu. Ledn (S. 161), mit Passionsdarstellungen
aus dem Ende des xır, Jahrhunderts: das namhatteste Werk byzantinisierenden
 Stils in Spanien, Romanische Wandmalereien sind in
mehreren Kirchen Asturiens und Aragoniens aufgedeckt worden.
Die drei großen Wandbilder in Sevilla, in San Lorenzo (Nuestra
Sefiora de Rocamador, S. 396), in der Kathedrale (die Antigua, S, 389)
und in San lldefonso (S, 393; N. S. del Corral), dürften schwerlich
über das x1v. Jahrhundert zurückreichen, Der Einführung der nord -
französischen Baukunst folgte bald der aus ihr hervorgegangene