XV, Jahrh. KUNSTGESCHICHTE. Malerei. LXXV1

Stil der Zeichnung; Reste findet man an den Grabmälern der Alten
Kathedrale von Salamanca (S. 156) uni besonders in Navarra: Tudelu
(8, 204) und Pamplona (8. 204).
Neben diesen Einflüssen von Norden her kamen italienische,
aus Florenz. und Siena, Zwei toskanische Maler der Schule Giotto’s,
SrAaRNINA (geb. 1354) und DenLo (geb. nach 1366), arbeiteten an
dem Hofe Juan’s I, und II. Von dem irrtümlich Dello zugeschriebenen
 großen Bild der Schlacht bei Higueruela (1431) im Alkazar zu
Segovia ließ Philipp 11. eine Kopie anfertigen, die noch im Escorial
zu sehen ist (S. 112). Beglaubigte Werke fehlen; doch sind die Gewölbemalereien
 der Kapelle San Blas im Kreuzgang zu Toledo (S.134)
wohl aus toskanischer Schule. Der Maler der Freske in der Apsis der
Alten Kathedrale von Salamanca nennt sich NrconAs FLORENTINO
(S. 456), Zahlreicher sind die Tafelmalereien (St. Clarenaltar zu
Tordesillas, S. 39).
Am stärksten war der Einfluß Italiens zu allen Zeiten in den
Ländern limosinischer Zunge: Valencia, Katalonien und Mallorca.
Hier herrschte vom XIV. bis zum späteren xv. Jahrhundert ein an
Toskanisches und Altkölnisches erinnernder Stil. Helle Temperafarben,
 lebhaft graziöse Bewegung, fließender Faltenwurf, feine, zum
Teil schöne Formen zeichnen diese Bilder aus. Sie stehen in Retablos
 mit flachen vergoldeten Einrahmungen gotischen Stils. Solche
Sind erhalten in Santa Marfa zu Manresa (S. 240), in den Museen
zw Barcelona (S. 236; aus San Cugat del Vall6s), Valencia (8. 287)
and Palme (8.265). Es gibt Madonnenbilder, die in kindlicher An-Wut
 denen. des Meisters Wilhelm von Köln und des Fiesole nahe-Stehen.
 — Im Zentrum des Landes verlieren sich diese Anklänge
an fremde Schulen oft ganz. Interessant durch seine Datierung
(1390) und die maurischen Ornamente ist der Retablo des Mona-Sterio
 de Piedra in der Akademie der Geschichte zu Madrid (S. 104),
Nennenswert der alte Altar von San Millün (S. 206) und die selt-Samen
 Temperagemälde auf Vorhängen hinter dem Königsgräbern
Uer Klosterkirche zu Ofa (8. 24). ;
„Von. keiner Schule des Auslandes sind je so viele Gemälde in
Spanien vorhanden gewesen wie von der altniederländischen.
die wurden meist durch den Handel eingeführt, aber auch auf Be-Stellung
 in Flandern gemalt oder in Spanien von Niederländern, die
dort vorübergehend oder dauernd verweilten und die Kunst auf ihre
Nachkommen vererhten. Einheimische Künstler sahen ihnen Technik
ind Geist der Darstellung ab.
N Die Geschichte der altflandrischen Schule auf der Halbinsel be-.
 mit der Reise Jan van Excx’s an den Hof von Portugal, bei welä
 er Gelegenheit er auch Spanien besucht hat. Originale von seiner
ba scheinen jetzt nicht mehr vorhanden: das Bild des Lebens-%
 hin im Pradomuseum (S. 77), das Enrique IV, dem Kloster Parral
Y egovia schenkte, könnte jedoch auf seine Erfindung zurückgehen.
ON Altarwerken der altfandrischen Schule. die sich noch am ur-