LXXVILL Malerei, KUNSTGESCHICHTE. XV.u, XVZ Jahrh.

sprünglichen Ort befinden, sind besonderer Beachtung wert: in
Grenada die Kreuzigung von DızrıcK Bouts in der Capilla Real
(S. 380); in Valencia ein Oratorium im Colegio del Patriarca (S. 283);
in Palencia der große Hochaltar aus dem Anfang des xvz, Jahrhunderts,
 ein Werk des JUAN »E FLANDES (S, 144). Noch anziehender
ist der kleine Retablo des Bischofs Fonseca in Palencia von JUAN
DE HoLanDa (S. 144; 1507). Ferner der umfangreiche, auf Brügge
weisende Retablo der Johanneskirche zu Marchena (S. 408) und der
kürzlich rekonstruierte Retablo in Le6n (S. 149). Von den drei
Kreuzabnahmen RocGER vAN DER WEYDEN’S gilt die im Kscorial
(S. 111) aufbewahrte als Original; das große Triptychon von St-Aubert
zu Cambrai im Pradomuseum (8. 77) ist Werkstattarbeit, Ihm vorwandt
 ist der MEISTER VON FLAMALLE, von dem die Altarflügel des
Heinr.: Werl (S, 77), die Tafel mit den Geschichten Josephs und
eine Verkündigung stammen (S. 77; voll spanisch-maurischer Fypen
und Trachten). Von GERARD Davın und seiner Schule finden sich
große und kleine Werke von den Balearen bis nach Portugal (Evora,
8. 496); Gemälde seines Schülers AMBROSIUS BENSON besitzen die
Kirche San Esteban in Segovia (S. 116) und das Pradomuseum in
Madrid. In eine Kirche zu Ubeda (S. 319) stiftete Francisco de los
Cobos, Minister Karls V., sechs altfandrische. Tafelbilder.
Die meisten Arbeiten flandrischer Maler gehören dem lKinde des
xv. und dem xvı Jahrhundert an. Aber kaum ein Jahrzehnt nach
Vollendung des Hauptwerks der Brüder van Eyck überrascht uns in
Barcelona das Altarbild aus der Rathauskapelle von Lurs DE DALMAU
(S. 236; 1445) mit den Bildnissen der fünf Consejeros, ein Werk, in
dem die Öltechnik, der Formengeschmack und sogar die singenden
Engel des Genter Altarwerks katalanisiert erscheinen: das bemerkenswerteste
 Produkt solcher Akklimatisation auf der Halbinsel. In
Katalonien steht es vereinzelt da. Dagegen tritt in Kastilien später
der fruchtbare FERNANDO GALLEGOS (4; 1550) auf, dessen Tafeln in
Zamora (S. 159) und Salamanca (S. 155) etwa mit dem Kölner
„Meister der bh. Sippe“ verglichen werden können, Auch der Hofmaler
 ANTONIO DEL RIncon (1446-1500) gehört hierher, wenn das
Bildchen der Kirche San Juan de los Reyes zu Granada. mit den Bildnissen
 Ferdinands und Isabellas (S. 331) von ihm stammt; sein großes
vieltafeliges Altarwerk. in Rohledn de Chamela (8, 44) ist übermalt und
vordorben,
Wer eine beliebige spanische Provinz Ort für Ort bereist, wird
den Eindruck bekommen, daß im Xv. Jahrhundert alle Kirchen einen
oder mehrere. gemalte Retablos besessen haben: so groß ist noch
heute die Zahl der erhaltenen, namentlich in kleineren Städten.
Diese meist seit der Mitte des Jahrhunderts: entstandenen Werke
haben die allgemeinen Eigenschaften der altfandrischen Schule:
magere Bildung, scharfe Umrisee, reiche Farben (jedoch mit Gold);
mancherlei landschaftliche. Typen und Gebräuche, Einzelheiten aus
Kostüm und Kunstgewerbe, drastischen Vortrag der Legende.und oft