Alt-Sevillaner, KUNSTGESCHICHTE, Malerei, LXXIX

ranz selbsterdachte Erzählungsweise biblischer Geschichten. In
Feinheit und Delikatesse der Arbeit und Köstlichkeit der Farbe
reichen sie freilich nicht an die Niederländer, Dabei hat jede Provinz
Ihre Besonderheiten: im Norden (Navarra, Aragonien, Roussillon)
macht sich das französische Element bemerklich, in Katalonien gewahrt
 man nebeneinander deutsche, französische und italienische
änflüsse, letztere besonders In Valencia und auf den Balearen, Einen
Überblick über diesen Kunstbetrieb erhält man in den Museen der
Hauptstädte, in denen eine Auswahl bemerkenswerter Retablos veranigt
 ist. Aragonische und kastilische Werke finden sich in Madrid,
kastilische in Segovia und Avila; katalanische von verwirrender
Mannigfaltigkeit des Stils in Barcelona; valencianische und mallorquinische
 in Valeneia und Palma, leonesische in Leön. Die Deckenbilder
 aus dem Anfang des xv. Jahrhunderts in der Alhambra (8. 345)
lürften einer dieser Provinzialschulen wahrscheinlich der valen-%anischen,
 angehören,
Vom Gesichtspunkt des geschichtlichen Zusammenhangs ist der
Einfluß der altfiandrischen Schule auf die Maler der für die spanische
Malerei in der Folge wichtigsten Stadt, S evilla, am merkwürdigsten.
JuAN SANCHEZ DE CASTRO, der älteste bekannte Maler, von dem ab
sich eine ununterbrochene Reihe bis auf Murillo verfolgen 1äßt, hat
sich, nach einem in der Kirche San Juliän entdeckten Tafelbilde. der
Madonna mit den H. Petrus und Hieronymus, unter solchen Kin-Küssen
 gebildet. Sein großes Wandbild des h. Christoph von 1484 in
derselben Kirche (S. 395) ist übermalt. Ihm folgt ALz70 FERNÄNDEZ,
der mit seinem Bruder JoRGE FERNÄNDES ALEMÄN (8, 1Xv) von.Cörüoba
 zu Arbeiten für die Kathedrale berufen wurde, Die großen
Tafeln, die er 1526. für die Sacristfa Alta der Kathedrale (8. 388)
Malte, sind eines der merkwürdigsten Blätter in der Geschichte
andalusischer Kunst. Ein Zug zum Großen, Ernsten, Einfachen
zeichnet sie aus. Wer vom Ausland kommt, wird anfangs in Verlegenheit
 sein, ste. zu klassifizieren: 08 sind Köpfe darin, die an Quinten
Matsys anklingen, andere von italienischer Reinheit der Linien, daneben
 Volksfiguren von afrikanischem Typus. Sobald man aber mit
den Arbeiten dieser Schule vertrauter wird, erhält man den Eindruck,
daß sich aus diesem Eklektizismus ein spanischer Stil herauszubilden
 begann, der freilich bald durch den aus Jtalien eingeführten
Manierismus vernichtet wurde. Wohl das liebenswürdigste. Werk
des Meisters und der Zeit ist die h. Jungfrau mit Engeln in Santa
AS in. der Vorstadt Triana (S. 402). Verwandt sind: der Retablo
es h. Bartholomäus in der Annenkapelle der Kathedrale (S. 388)
and einiges in der Provinz, wie die anmutigen Seitenfiguren von
un Yrauen in den Retablos von Marchena (8, .xxvımr) und Feija

n Die Regierung Ferdinands und Isabellas, diese glorreichste
Öpoche. der spanischen Geschichte, konnte nicht verfehlen. auch