Sevilla, Valencia, KUNSTGESCHICHTE, Malerei, LXXXNU

sah. Der große freie und doch weiche Zug seiner Zeichnung, die
warme lichte Stimmung seiner mit Gelbbraun wirkenden Tönung
haben zu der Vermutung geführt, daß auch er in Venedig gewesen
sei. In seinem Hingang des h. Isidor (S. 392) schuf er eine Kirchenszene,
 wie sie Zurbarän in der sicheren Wiedergabe spanischer Typen
nicht übertroffen hat. Die Befreiung Petri (S. 393) erinnert an Honthorst,
 die Marter des h. Andreas (S. 397) an Ribera, seine himmlischen
 Vokal- und Instrumentalkonzerte von andalusischer Heiterkeit
an Murillo. Die Maria am Altar der Universitätskirche (S. 394)
ist von einer ganz eigenen Holdseligkeit. — Von Roelas ist auch der
bizarre FRANcISCO HERRERA (ca, 1676-1656) ausgegangen, den die
Spanier wegen der Breite und Furie seines Pinsels als den Anfänger
ihres nationalen Stils bezeichnen, In seinen früheren Bildern, wie
dem Jüngsten Gericht in San Bernardo (S. 401), erscheint er als
ein energischer Schüler des Roelas, bald aber wandte er sich dem
Stil der tenebrosi zu; er endigte in einer wilden Bravourmalerei,
in der doch der Ernst, die Energie, das Feuer seines südspanischen
Temperaments unwiderstehlich hinriß.

Schule von Valencia, — Nächst den Andalusiern scheinen
keine spanischen Provinzialen für die Malerei so günstig beanlagt
Sewesen zu sein wie die Valencianer, Die Geschichte ihrer Schule
ist jedoch weniger bekannt, obwohl sie weiter ins Mittelalter zutückreicht.
 Man kann sie vom x1v. bis in die Mitte des XvIr. Jahrhunderts
 verfolgen. Die hier wie in den Nachbarländern (Katalonien,
Balearen)bl ühenden,fruchtbaren Schulen der Retablomaler(S. LXXVII)
Zeigen von jeher, bei mancher Verwandtschaft mit den Tre- und
Quattrocentisten Italiens, einen selbständigen Zug; auch die Namen
nn Urkunden sind einheimisch. In der letzten Zeit des xvV. Jahrhunderts
 brachten die Borja (S. 293) in dies ihr Stammland
italienische Arbeiten der goldenen Zeit. Den ersten Rang nimmt
Pa große Retablo der Seo zu Valencia ein mit seinen 16 Tafeln von
Hand des Leonardoschülers FERRANDO DE ALMEDINA und des
EANTO DE LLANOS (S. 285). Leonardesken Malereien begegnet
ä an auch sonst in Valencia und Murcia; der Meister der zwei Altäre
der Albornozkapelle in der Kathedrale zu Cuenca (S. 299), der von
Esar bekannte HERNÄN YaSzs, ist jener auch in Leonardo’s Bio-Wa
 erwähnte Spanier FERBANDO. Auch Gemälde der umbrischen
Prost namentlich PınruriocHro’s, kamen durch die Borja in die
sie a z. B. die Madonna mit einem Borja im Museum zu Valen-LO
 andere in die Kathedrale von Sigüenza (S. 190).
Yıox En solchen Vorbildern mag der bekannte und überschätzte
en A oANES Macır (1523-79) ausgegangen sein, der in Italien
Zefalle dr Seine zahlreichen meist kleinen Tafeln (S. 66, 67, 76)
Tndsch urch warme gesättigte Farben, kräftige Haltung und reiche
in Chaften, Aber diese Eigenschaften können ‚die Erfindungsut,
 die Einförmigkeit in Typen und Wendungen, Ausdruck und