LXXXIV Mulerei, KUNSTGESCHICHTE, X VL Jahrh.; Ribera,

Gruppierung nicht verdecken. Seine heiligen Familien sind gefällige,
aber kümmerliche Nachahmungen Leonardo’s und Raffael’s; sie verdanken
 ihren Ruf dem devoten Geschmack, viele beziehen sich auf
den damals durch den frommen Erzbischof Ribera dort geförderten
Sakramentskultus. Die weit verbreiteten Abendmahlsbilder und
Christustiguren waren. für Türen des Sagrario bestimmt, Höher steht
lie Taufe am Kinganz der Seo (S. 284), die das Studium Sebastiano
del Piombo’s vermuten läßt: sie ist wahrscheinlich gleich nach seiner
Rückkehr gemalt.
Ein bedeutenderer Maler war der ältere, zu seiner Zeit hochaugesehene,
 später vergessene PABLO DE SAN LEOCADIO, Sein großer
Retablo in Gandia (S, 295) sowie ein auseinandergenommener Rejablo
 aus Villarreal lehren uns einen Maler kennen, der für Valencia
dasselbe war, was Juan de Borgofa (S. 1xxx) für Kastilien, Hohe
Durchbildung, Adel der Formen und des Ausdrucks, feine Empfin-Aung,
 Beobachtung des Lebens zeichnen diesen Maler aus, Kin
Künstler ähnlicher Richtung erscheint in Segorbe (S. 278).
Bis in die zweite Hälfte des xvI, Jahrhunderts klebten die valeneianischen
 Maler an der schönfarbigen, kleinlichen, in Nebendingen
 ausführlichen Manier des mittelalterlichen Retablo. Der erste,
der die „große Manier“ der Italiener sich aneignete und zugleich die
spanisch-valencianische Geistesart zu kräftigem Ausdruck brachte,
war Francisco Ribalta (;; 1628). Auf Reisen in Italien gebildet,
folgte er der Strömung, aus der die bolognesische Schule hervorging.
Nach seinen Altarwerken in Algemest (S. 292), Segorbe (S. 278) u.
a, O, hat er Correggio und Schidone gekannt. Er ist der erste, der
das Chiaroseuro zum tonangebenden Darstellungsmittel machte und
auf starke Plastik der Figuren mittels einseitiger Beleuchtung ausging.
 Auch die auffälligen Kontraposte und Verkürzungen fehlen
nicht, sonst aber entsprach seine spröde, grobkörnige und bisweilen
veschmacklose Art wenig der des Meisters von Parma, Im Museum
und in den Kirchen von Valencia erhält man einen Überblick über
seine Werke, Im Pradomuseum ist die wunderliche Ekstase des h.
Franz von ihm (S. 66). — Sein bester Schüler war der fruchtbare,
gefällige und gewandte JAOINTO JERÖNIMO DE Esprnosa (1600-80),
kenntlich an seinen leuchtendroten Schatten; interessant sind im
Museum von Valencia seine großen Darstellungen amerikanischer
Missionslegenden (S. 287). Von hier istauch PEDro ORKENTE (| 1644)
ausgegangen (San Andres, S. 282/3), der sich später am Hof mit viel
Glück auf Hirtenstücke und biblische Landschaften in der Art der
Bassano verlegte, sowie der wüste Schlachtenmaler ESTEBAN MARCH.
Die ZAarısena's folgen derselben Richtung,
Nach valencianischer Überlieferung soll auch Jusepe de Ribera
(1588-1656) aus Jätiba ein Schüler Ribalta’s gewesen sein, che er
nach Italien ging. In der Tat, wenn er in dem Grundsatz des Naturaliasmus,
 nur mit dem Modell vor Augen zu malen, und in der dunkein
Haltung seiner meisten Bilder die Lehren des Caravaggio, den er