Ychule v. Sevilla. KUNSTGESCHICHTE. Malerei. LXXXV

schwerlich persönlich gekannt hat, befolgt, so war er doch eines
zanz anderen Geistes Kind, und wir finden bei Ribalta schon alle
Merkmale seiner Kunst. Dieser kann ihn auch auf Correggio hingewiesen
 haben, in den ’er sich zuerst versenkt hat. Ribaltas Sohn,
der fast gleichzeitig mit dem Vater starb, hat eine große Kreuzigung
hinterlassen (S. 287), die schon 1645, also um die Zeit, wo Ribera
in Neapel erst hervortrat, gemalt ist und ganz in seiner Weise ge-Zacht
 ist, Die nach Spanien gebrachten Werke Ribera’s liefern wertvolle
 Ergänzungen zu seiner Charakteristik, Die große Kreuzigung,
äte der Herzog von Osuna mit anderen Stücken in seine Familienkirche
 zu Osuna stiftete (S, 366), ist vielleicht sein frühestes erhaltenes
 Werk. Dann besitzt Spanien einige der Meisterwerke, die
ihn als Maler von tizianiecher Farbenschönheit und Leuchtkraft,
vielleicht als den ersten Koloristen Italiens im XVII, Jahrhundert
kennen lehren; vor allem seine vornehmste Schöpfung: die /nmaeulada
 der Agustinas descalzas zu Salamanca (S. 158), die alles überstrahlt,
 in Farben und Lichtherrlichkeit, Adel der Formen und der
Bewegung, was Murillo, Guido Reni und Rubens in Darstellungen
Jieses Gegenstandes erreicht haben. Dem aus der h. Agnes in
Dresden bekannten sanft melancholischen Typus begegnet man in
mehreren Magdalenenbildern zu Madrid (8. 74), und in der Ruhe auf
der Flucht (in Cördoba, 8. 364). In einigen Studien zu Apcsteln
nach neapolitänischen Modellen im Pradomuseum (8. 74) imponiert
r durch ‘die Kraft malerischen Reliefs, Er, der in Kenntnis und
Kunst der Zeichnung kaum von einem seiner Landsleute erreicht
Worden ist, ist doch am größten in der tragischen Tiefe der Stimmung;
freilich geht. der Jeidenschaftliche Zug der nationalen Devotion oft
bis zum Düstern und Grausamen, Aber auch der Zauber hoher An-Mut
 fehlt nicht, wie eine farbenglühende Blume aus Felsgestein
Smporblüht. Ergab zuerst ein Beispiel der Verbindung des Naturalis-Mus
 mit dem katholischen Geist, und darin lag eine befreiende Kraft:
8x hat den Malern des xvır, Jahrhunderts den nationalen Weg zu
Öriginalits+ una Größe gezeigt.

Die Gemälde Ribera’s kamen durch die andalusischen Granden
und Vizekönige‘' von Neapel, die Osuna, Alcal&amp; u. a., zuerst nach
Sevilla (8. uxxx1m) und fanden dott den lebhaftesten Anklang bei
den jungen Talenten, die sich beeilten, ihre einheimischen Lehrer
zu vergessen und mit den Prinzipien des Naturalismus von vorn an-Züfangen,
 Veläzquez, Zurbarän, Antonio del Castillo, Alonso Cano,
Später Murillo, soweit sie auch später auseinandergegangen sind,
haben in Aieser strengen Schule begonıren. Von ihr ist auch der
Seltene Maler J. B. nn MAYyNo ausgegangen, der in Toledo tätig
war, Leider sind von seinen Werken, die eine auffallende Ähnlichkeit
 mit dem ersten Stil des Caravaggio zeigen und zu den Kaplitalstücken
 der spanischen Schule gehören, nur zwei im Pradomnsenm
beändHehe zugänglich.