LXXXVi Malerei, KUNSTGESCHICHTE, XVII Jahrhi:

Fıancisco Zurbaran (1598-1661), aus Estremadura, hat in seinen
früheren und interessantesten Werken die realistische Methode bis
zum Peinlichen und Wunderlichen getrieben.. Er scheint seinen Stolz
darein gesetzt zu haben , der phantasieloseste Maler zu heißen, den
es je gegeben hat. Selbst seine himmlischen Erscheinungen, seine
Engel sehen aus wie Photographien der von ihm auf Brettergerüsten
aufgestellten häßlichen Knaben und Mädchen in ihren frisch von
der Büglerin gekommenen Leinendraperien, Seine Märtyrerinnen in
den nach Farbentriaden zusammengestellten. halb modischen, halb
phantastischen Kostümen, mit dem nach höfischer Sitte unterdrückten
 Busen, den spitzen, vogelartigen Gesichtchen, erinnern an
gewisse barocke Heiligenfiguren niedeı)ländischer Maler vom Ende
des Mittelalters, Groß ist er in den Zyklen seiner Mönchsgeschichten,
wo er die Kuttenmänner der großen Institute, die ihn beriefen und
beherbergten, mit unerreichter Wahrheit und Grandezza porträtiert
hat. Dieses sonst untergeordnete Fach erhob er zu höherem Kunstwert.
 Zu den frühesten gehören die Kartäuserszenen im Museum und
der Retablo der Kap. S. Pedro in der Kathedrale zu Sevilla (S, 398,
390), sowie die Bilder aus dem Mercenarierkloster in der Sacristfa
 de los Cälices daselbst (S. 389) und im Pradomuseum zu Madrid
(S. 66); geringer sind die Kartäuserbilder aus Jerez (im Museum
zu Cädiz, S. 418); zu den besten gehören die Szenen der Hieronymiten
 in der Sakristei von Guadalupe (S. 442). Diese Werke enthalten
eine unschätzbare Galerie ungebrochener Volkstypen, Niemand hat
sinen schärferen Blick gehabt für mönchisches Wesen und Gebahren,
je nach der Besonderheit der verschiedenen Orden und Würdengrade,
 Meist bedient er sich eines einseitigen Lichtes, mit scharfabsetzenden,
 aber durch Reflexe erhellten Schatten; später kam er
auf eine weichere Manier mit tiefen Schatten und Sfumato auf lichtslühendem
 Grund.

In C6rdoba hatte die Malerei einen ähnlichen Gang genommen
wie in Sevilla. Von der Existenz alter Schulen haben wir noch ein
merkwürdiges Zeugnis in der großen Verkündigung der Kathedrale,
von PEDRO DE C6Rrpo3a (S. 363; 1475); von -hier kam Alejo Fernändez
 (S. LXXIX) nach Sevilla, und BART. BERMEIO nach Barcelona
(Kapitelsaal, Pieta 1490, S. 232). Den italienischen Stil des
xvri. Jahrhunderts vertraten der geistreiche Freskomaler CESsAR DE
ARBASIA (im Sagrario), PrDRo CAMrANA (S, 1xxxt) und der
gelehrte, auch in der Geschichte der Dichtung wegen seines wohlklingenden
 Lehrgedichtes über die Malerei ehrenvoll genannte PABLO
DE ÖrsereDEs (1538-1608). Dieser brachte von einem längeren
Aufenthalte in Rom, wo er den dortigen Freskomalern geholfen, die
Vorstellung des großen und idealen Stils mit, die er freilich mit etwas
anzureichenden Kräften zu verwirklichen strebte (sein Abendmahl,
S. 362). Aber ihre hervorragendsten Namen verdankt die Schule
Jam Naturalismus. ANTONIO DE SAAVEDRA Y CASTILLO’S zahlreiche