Veldzques. KUNSTGESCHICHTE. Malerei, XCH

dieses alten Wunsches (1629). Er begab sich zuerst nach Venedig,
dessen Koryphäen Tizian und Tintoretto ihn von den Italienern am
meisten fesselten, als praktischen Künstler ausschließlich, Dann
begab er sich nach Rom, wo er in der Villa Medici wohnte und sich
(wie seine Skizzen verraten, S. 71) ganz dem altertümlich-landschaftlichen
 Zauber der römischen Gärten überließ; aber die zwei
großen Bilder, die er dort malte, die Schmiede des Vulkan (S. 71),
der öuhte Rock Josephs (S. 110), beweisen, daß die Antiken, von
denen er umgeben war, und der Vatikan, wo @r oft zeichnete, ihn
keineswegs von seiner bisherigen Richtung abgelenkt haben, Der
Stoff des Vulkan ist offenbar gewählt als Gelegenheit zur Darstellung
Nackter Figuren, die hier, trotz Höhle und Feueresse, möglichst
schattenlös gemalt sind; dieser Punkt lag ihm gewiß noch mehr am
Herzen als die übrigens meisterhafte Komposition und die dramatische
 Zuspitzung. Die trivial-komische Auffassung des mythologischen
 Stöffes im Stil der spanischen Komödie war für ihn mehr
Scherzhafte Beigabe.
Diesem zweiten Stil gehören eine große Zahl seiner besten
Bildnisse an: zuerst die Jägerbilder des jungen Königs, seines
Bruders Fernando und seines Söhnchens ‘Baltäsar Carlos, alle drei
(8. 71) flüchtig gemalt für das Ja gdschloß Pardo, Von den einzigartigen,
 figurenreichen Jagdstücken ist nur eine Kopie der in Löndon
 befindlichen Saujagd in Madrid geblieben (S. 72): hier enthält
jede Figur das Zeug zu einem Bildnis im großen. — Dann folgten
(8. 71, 72) die großen Reiterlilder Philipps IV., des Prinzen Bültäsar
Cärlos, des Olivares ; ferner das Bildnis des Grafen Benavente, die fünf
Zwerge und die Hofnarren (iruhänes), die das Bild einer Gesellschaft
Vervollständigen, wie es treuer und wahrhaftiger kaum von einem
1 deren Hofe der neueren Zeit vorhanden sein dürfte. Das blaue
Keltmger, die weiten Abhänge einsamer, sparsam bewaldeter Gend
 ;m Silberton, im Gegensatz zu der warmen, mit braun, Tot
or gelb gestimmiten schimmernden Reiterfigur, ‘sind von unglaubein
 Wirkung. Veläzquez ‘gibt seinen Personen nur die übliche,
an sttemäßige Stellung; er hält’es für entbehrlich, sie zu beleben
wa malerische Attituden, die eine bewegte Situation voraussetzen
all andeuten, Ihre Anziehungskraft liegt in der Wahrheit; von
ind Bildnismalern malt Velizquez am wenigsten sich selbst; er
&amp; han ualistert bis auf Teint, habituellen Ausdruck, Nerventonus;
Ein at nicht nur die charakteristischen, sondern auch die häßlichen
denn heiten her betont als gedämpft. Es ist der Stil des Stolzes,
Tar es gleichgültig ist, wie er anderen erscheint. Mit lockerem
ee alte erreicht er ein Relief, einen Lichtschimmer in der
Vene mäßigen Beleuchtung der freien Luft, neben dem gelbst die
AU dr sich schwer und weniger wahr ausnehmen. .
bedenes Eigenschaften der großen Reiterbilder finden sich in seiner
8 Ynten historischen Schöpfung: der Übergabe von Breda
. - Verpleicht man sie mit der früheren Darstellung des Er-