ALT- UND NEUKASTILIEN MIT LEON. 3

sind. Krratische Blöcke erinnern an die Gletscher der Eiszeit. Den
größten 'Peil der unübersehbaren hügeligen Tierra de Campos bedecken
 Getreidefelder, vereinzelt auch Weinpflanzungen.
Mit wenigen Ausnahmen hat Zentralspanien keine Wälder, sogar
 vereinzelte Bäume sind selten. Der kastilische Bauer vertilgt
sie schon deshalb, weil sie den Singvögeln, die sein Getreide
fressen, Schutz gegen die Raubvögel gewähren. Sein Haus hat die
fahle Farbe des Erdreichs, worauf es steht und-woraus es mit ungebrannten
 Lettenziegeln-(adobes) erbaut ist. Die Städte Neukastiliens
 erscheinen wie steinige Auswüchse des Erdbodens; das
Ganze ein einziges, unheimliches Graubraun, Es gibt in der Mancha
(8. 299) weite Strecken, wo die Menschen niemals einen Baum, in
unserem Sinne, zu sehen bekommen , spärlich bewohnte Wüsten,
Wo — wie es im Sprichwort heißt -— die Lerche ihr Futter mitnehmen
 muß, der Schauplatz jener uns aus der Dichtung des Cervantes
 bekannten Abenteuer des Ingenioso Hidalgo de la Mancha, ©
Der größte Teil dieser 'Yafelländer wäre eine Einöde, gäbe es
keine Gelegenheit zur Bewässerung, In dieser Hinsicht waren
die Mauren die Lehrmeister der Spanier, indem sie zeigten, wie
man die dura lellus der Römer künstlich in eine fruchtbare Landschaft
 verwandelt. Ihre Bewässerungsanlagen erscheinen noch heute
bewundernswert. In anderen, mehr begünstigten Gegenden sickert
das spärliche Regenwasser zwar in den Boden, aber eine feste Lettenschicht
 hält es in der Tiefe auf. Indem nun das zum Stehen gebrachte
Wasser verdampft, tränkt es die darüber befindliche Ackerkrume
und ermöglicht reiche Ernten. Solche Gebiete sind die großen Getreideebenen
 Leöns bei Palencia, Valladolid und Zamora, in Neukastilien
 die Mesa (Visch, Tafel) de Ocafa, Der Boden ist scheinbar
\mmer trocken, aber Weizen, Roggen, Safran u. a. erhalten die
F euchtigkeit aus der Tiefe und liefern reichliche Frucht, Diese „Lier-"as
 de campo y secanos“, die an den Küsten Valencias und Alicantes
engen Wert haben, gelten in Kastilien mit Recht als Tierra de pun
„cvar, d. h. als zum Getreidebau taugliches Land. An andern
Stellen baut nıan die beliebten Kichererbsen f; garbanzos), die Linne
Nach der widderkopfförmigen Gestalt eicer arietinum Nannte und die
nn den Nationalgerichten Puchero und Olla podrida einen wesentichen
 Bestandteil bilden.
an der Boden keine Frucht mehr trägt, überläßt man das Grün
Ka hafen, die im Sommer von Estremadura aus die Hochweiden
nt Miens beziehen (S. 436). In die Wälder werden die Schweine
die FEichelmast getrieben; die Schinken haben Ruf.
Pate Art, wie der Kastilier den Boden mit dem selbst zugehauenen
Sol S aus Schwarzpappelholz (diamo negro) bestellt, das beste dem
I dp („der erzeugenden!Sonne“) überlassend, seine Tenne, auf
rt er er das Getreide mit einer Walze oder mit Ochsen ausdrischt,
Orieng AS vielem andern noch ganz an das Altertum und an den
„ Allen Neuerunzen abhold. sitzt der Bauer (Labrador }auf seiner