DIE BASKISCHEN PROVINZEN. 5

Städtebefestigungen abgeben. Verkörpert hat sich die Natur und die
Geschichte Kastiliens zumeist im Cid (S. 27), dem großen Vorkämpfer
der Christen gegen die Mauren; sodann in Philipp {L, einem der
volkstümlichsten spanischen Herrscher, dessen Kscorial (S. 106)
nicht ohne Grund auf der Scheidegrenze der beiden Kastilien steht,
Auf das Rittertum Altkastiliens folgte nach der Austreibung der
Mauren und nach der Niederlage der Comuneros (5. 57) und nach
der Vernichtung der aragonischen Fueros (S, 187) die religiöse und
staatliche Einheit mit der Hauptstadt Madrid, in Neukastilien, als det
„Corte“ des unumschränkten königtums,

Eine Sonderstellung nehmen an der Eingangspforte von Frankreich
 die drei baskischen Provinzen ein, Guipüzcoa, Vizcaya und
Aldva, mit 7095 qkm und 674 488 Einwohnern. Sie umfassen den
östlichen Teil des Kantabrischen Randgebirges, das sich unweit des
Bidasoa an die Pyrenäen anschließt, aber erst in Asturien seine
größte Erhebung erreicht (vgl. S. 161). Der höchste Berg des baskisehen
 Gebiets ist die Pena de Worbea (1535m). Unter dem Kin-Üuß
 der feuchten N.- und NW,-Winde zeichnet sich dieses Küstenland
 durch reichen Pflanzenwuchs aus, auf den Höhen Eichen- und
Kastanienwälder und frische Wiesen, in den Niederungen Walnußund
 Obstbäume. Der baskische Landwein (chacoli) erfreut sich
großer Beliebtheit. In den Tälern der kurzen, aber wasserreichen
ünd zum Teil, wie Bidasoa und Nerviön, bei Flut tür Seeschiffe zugänglichen
 AKüstenflüsse kommen au geschützten Stellen Orangen,
Palmen, Araukarien u. a. fort, doch ist der Charakter der Landschaft
Im ganzen mitteleuropäisch.
Die Basken (baskisch Euskaldunae, spanisch Vasccngados)
Nennen sich mit Stolz das älteste Volk Kuropas und gelten als
die fast unvermischt gebliebenen Abkömmlinge der alten lberer
(8. XXxvimL), Unter den kräftigen wohlgewachsenen Leuten überwiegt
der braune, höher im Gebirge sogar der blonde Typus. Auch die
Gesichtsbildung ist eigentümlich, die Nase weit vorspringend, das
Kinn spitz. Die in mancher Beziehung rätselhafte baskische Sprache
(euskara, spanisch ei vascuence), die im übrigen Spanien nur in
S60graphischen Namen fortlebt, wird noch von ca. 500 U0U0 Menschen
Sesprochen (einschl. vom ca. 130000 in den angrenzenden Teilen
Frankreichs). Zu ihrer Pflege und Erhaltung gegenüber der vor-Aringenden
 spanischen Sprache macht sich in neuerer Zeit eine
Tege Bewegung bemerkbar. * Von den Volkstrachten sind nur er-P

 + Im J, 1902 hielt der Bund spanischer und französischer Basken in
Lucnterrabia (S, 8) seinen ersten Kongreß ab. Bisher beschränkte sich die
u eratur im wesentlichen auf religiöse Schriften und auf Liebes- und Tanzudn,
 dramatische Spiele und Totenklagen. — Vgl. W. von Humboldt, Prüfung
Der Untersuchungen über die Urbewohner Hispaniens (Berlin 1821); 6. Ger-Prait
 die Kasken und die lberer, in Gröbers Grundriß der romanischen
Beilologie Bd, 4 (2. Autl., Straßburg 1904); Karute, Aus dem Lande der
äsken (Miit. dar Geoet, Gesellsch, Lübeck. Heft xıv. 1900). — Leben