30 Route.4. BURGOS. Kathedrale,

umgeben und von ungewöhnlicher Höhe. Die doppelreihige Sillera,
 von Philipp Vigarni, ist überreich geschnitzt mit Szenen aus
der Bibel, dem Leben der Märtyrer u. a. (1507; vgl. S. 11x).
Man beachte das emaillierte Bronzegrabmal des Bischofs Mauricius
(+1240; 8. 28) und die prachtvolle Reja von 1602 in der Mitte,
Die Altarbilder an der Außenseite des Coro sind von Fray Juan
Rizi (S. xov).
Am rechten Seitenschiff vorn die Capilla del Santfsimo Cristo
(Gr. 1), mit dem sehr alten Kruzifix „el Cristo de Burgos“, angeblich
 von ausgestopfter Menschenhaut, in Wirklichkeit von Büffelhaut
mit Menschenhaaren, — Es folgt die Capilla de la Presentaciön,
seit 1520 von dem Kanonikus Gonzalo de Lerma erbaut, mit dessen
Grabmal in der Mitte und einer (meist verhüllten) Madonna, von
Sebastiano del Piombo, um 1520 in Rom gemalt; am Eingangspfeiler
das Grab des Kanonikus Jacobo de Bilbao. — Die Capilla de San
Juan de Sahagün (Gr. 2) enthält sechs vlämisch-spanische Bilder
des xv. Jahrh. ; im Relicerio (Gr. 3) die vielverehrte Virgen de Oca, —
Am südl. Querschiff, dessen prachtvolle Fensterrose zu beachten ist,
die Capilla de 1a Visitaciön (Gr. 4), seit 1442 wahrscheinlich von
Hans von Köln (S. 28) erbaut, mit dem 1447 errichteten * Grabdenkmal
 des Gründers, des Bischofs Alonso de Cartagena (7 1456),
von G4 de Siloe (S. .x1v), — Gegenüber die Puerta del Claustro (S. 31).
Im Chorumgang r. die Capilla de San Enrique (Gr. 5), mit dem
Grabmal des Gründers, Erzbischofs Enrique de Peralta (+ 1679),
und die Sacristia Nueva. — Der Hochaltar, in der C apilla Mayor,
1577-93 von Rodrigo und Martin de la Haya im Renaissancestil gearbeitet
 (S.LXxm1), ist reich vergoldet, Am Trassagrario, hinter dem
Altar, sind die drei mittleren Reliefs mit figurenreichen Passionsszenen
 von Phil. Vigarni (1540; vgl. S. 1xvir). — Die große Capilla
de Santiago, 1524-34 von Juan de Vallejo erbaut, mit einigen
Grabmälern, dient als Pfarrkirche.
Ein prachtvolles, durch eine Reja von Cristöbal Andino (1523)
abgeschlossenes Portal führt in die *CapilladelCondestable,
seit 1482 für den „Connetable“ Pedro Hernändez de Velasco, Grafen
von Haro, von Simön de Colonia im reichsten plateresken Stil erbant
(S. nr, LIV). Das Gewölbe zeigt schöne durchbrochene Arbeit, die
Fenster, zwischen denen zwei Fahnen des Grafen hängen. alte Glasmalereien,
 Der Hauptaltar enthält im Mittelfeld die Darstellung im
Tempel in lebensgroßen Figuren und ist mit guten Reliefs und
Statuetten geschmückt (S. Lxvır). Im r. Querschiff ein ausgezeichneter
holzgeschnitzter Altar der h. Anna. Daneben hängt ein anmutiges
niederländisches Triptychon, vielleicht von Gerard David, Ruhe auf der
Flucht nach Ägypten, mit der Verkündigung und Geburt Christi und
der Darstellung im Tempel auf den Flügeln. Von großer Wirkung
sind die beiden Marmorgrabmäler der Stifter, des 1492 gestorbenen
Condestable, der auch Vizekönig von Kastilien war und hier in voller
Rüstung dargestellt ist, und das seiner Gemahlin, der Dokia Mencid