Kathedrale. VALLADOL1D. 5. Route. 3

die Erfüllung der königlichen Versprechungen hoffend in Valladolid
seine beiden letzten Lebensjahre und starb hier am 31, Mai 1506.
Die Stadt hat Eisengießereien, Wollwebereien, Tuchfabriken und
Getreidehandel,
Der Campo Grande (Pl, A 4,5), unweit nördl. des Nordbahnhofs,
 ist eine hübsche Promenade, an deren Südende, am kingang
der Avenida de Alfonso XIII, 1905 nach Susillos Entwürfen ein
Nationaldenkmal für Christoph Kolumbus (S. 38) aufgestellt
worden ist: auf hohem Sockel, den vier sitzende allegorische Figuren
und Reliefs schmücken, Kolumbus das Knie beugend, hinter ihm
Spanien mit Kreuz und Kelch, An der Nordecke der Anlagen steht
ein Denkmal für Jose Zorrilla, den in Valladolid geborenen, 1893
gest. Dichter des „Juan Tenorio“, von Carretero (1900). — Unweit
östl., in der Calle de Miguel Iscar, das jetzt dem Staate gehörige Haus
des Cervantes (Pl.1: B4; S. 108), das der Dichter 1603-6 bewohnte,
Mittelpunkt des städtischen Verkehrs ist die Plaza dela Constituciön
 (Pl. B 3), meist Plazu Mayor genannt, mit der 1907 errichteten
 Casa del Ayuntamiento (Pl.11). Davor ein Bronzestandbild
des Grafen Pedro Ansürez, dem die Stadt viel verdankt, von A, Carretero
 (1904). — Von hier östl. über die kleine Plaza del Ochavo,
auf der 1453 der einst allmächtige Günstling Johanns II., Graf Alvaro
de Luna (S. 354), hingerichtet wurde, und die Plaza de la Fuente
Dorada (Pl. B 3) nach der
Kathedrale (Pl. € 3, 4), seit 1585 von Juan de Herrera (S. 1x)
an der Stelle des alten Domes im Hochrenaissancestil begonnen,
später von Churriguera fortgeführt, Geplant war ein dreischiffiger,
in der Mitte von einem kuppelbekrönten Querhause durchschnittener
Bau, mit beiderseitigen Kapellenreihen und vier Ecktürmen, doch
blieb die Kirche unvollendet. Der 1841 eingestürzte einzige Turm
ist jetzt wiederhergestellt. Das Innere ist 122m 1., 62,sm br.: zu
beachten das Chorgestühl, im Renaissancestil und nach Herrera’s
Entwurf ursprünglich für San Pablo (S. 38) angefertigt; außerdem
das Grab des oben gen. Grafen Pedro Ansürez. Die Sakristei (Trkg.
50 ce.) enthält das Hauptwerk des Juan de Arphe (S. LXX), eine 2m
hohe, 63kg schwere silberne Kustodie in Tempelform, von 1590.
Im Archiv wird Herrera’s Originalmodell der Kirche verwahrt.
Östl. hinter der Kathedrale ist die Plaza de Santa Marfa, deren
Südseite von der Universität (Pl. € 4) begrenzt wird, An ihre stattliche
 Fassade, einen Barockbau des xvır. Jahrh., mit figurenreichem
Portal, soll sich ein umfassender Neubau anschließen; während
dessen findet der Unterricht z. U. iu dem Colegio de San Gregorio
(8. 38) statt. Die 1346 gegründete Hochschule, mit juristischer,
Naturwissenschaftlicher, medizinischer und philosophischer Fakultät,
 hat ca, 50 Professoren und 4600 Hörer, Vie Bibliothek, zur Zeit
im Museum (S. 38) aufgestellt, enthält 308 Handschriften (hervorzuheben
 ein Prachtkodex von Beatus’ Kommentar zur Apokalypse,
vom J, 970) und 35000 gedruckte Bände. — In den Anlagen vor