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MADRID. Geschichte,

Madrid (spr. madrıf), die Hauptstadt Spaniens, mit 518650
Einwohnern, Residenz des Königs (daher 2a Villa y Corte genannt),
Sitz eines Bischofs, einer Universität und des Generalkapitäns von
Neukastilien, liegt unter 3°41’ westl. Länge von Greenwich und
40° 24’ nördl. Breite in 640m Meereshöhe, 80m über dem wasserarmen
 Flüßchen Manzanares, auf einer steppenartigen, nach NO. ansteigenden
 Hochfläche im Herzen der spanischen Monarchie. Sie ist
lie jüngste der spanischen Großstädte, in ihrer heutigen Bedeutung
sine politische Schöpfung, aber als solche eine historische Notwen-Jigkeit.
 . Zur Hauptstadt des Einheitstaates wählte Philipp II. an
Stelle der bisherigen Residenzen das gleichsam auf der Warte zwischen
 allen gelegene Madrid, dem sonst von der Natur fast alle Be-Jingungen
 zu größerer Entwickelung versagt sind. Die Umgebung
ist kahl und baumlos, nur zum Teil mit Weizen bestellt. Kein
zrößerer Fluß ist in der Nähe. Erst der Bau der Eisenbahnen hat
regere Gewerbtätigkeit und lebhafteren Handelsverkehr wachgerufen,
Das Klima von Madrid ist ebenfalls wenig günstig (vgl.
5, xxxIv). Die hohe Lage (120m mehr als München), die Nähe der
Sierra de Guadarrama, die im Sommer den feuchten Nordwestwind
aufhält und mit ihren Schneefeldern die Luft plötzlich abkühlt, im
Winter aber eisigen Sturm und Regen sendet, bewirkt starke Temperaturwechsel.
 Die tägliche Wärmeschwankung beträgt im Sommer
noch 17° C., nur an 97 Tagen im Jahre weniger als 10°, an 255 Tagen
{0-20°, und an 13 Tagen übersteigt sie 20°C. Im Winter sind
Kältegrade bis — 11,9° C. beobachtet worden; Eisbildung ist häufig,
[m Sommer herrscht afrikanische Glut (bis 43,3° C., also fast soviel
wie im S. des Landes). Von der Luft sagt man, sie sei so scharf
und fein, daß sie „einen Menschen umwerfe, aber kein Licht auslösche“
 (el aire de Madrid es tan sütil que mata ä un hombre y no
zpaga &amp; un candil), d.h. sie erzeugt gefährliche Lungenentzündungen.
 Man hüte sich also vor Erkältungen, „Hasta el cuarenta de
Mayo no te quites el sayo“, vor dem 40. Mai leg nicht den Mantel ab!
Geschichte, Im x. Jahrhundert lag an der Stelle des jetzigen
königlichen Palastes, als vorgeschobener maurischer Posten gegen
Jie kastilischen Reconquistadores, die Festung Madschrit, der sich
südlich eine kleine Ortschaft anschloß, Alfons VI. eroberte die
Festung im J. 10838 und verwandelte die maurische Moschee in die
Tglesia de la Virgen de la Almudena (S. 97). Die kastilischen Monarhen
 verliehen der Stadt viele Fueros (S. 6). Sie dehnte sich bis zur
Pnerta Latina, Cerrada und de Guadalajara aus, später bis zur Puerta
de Santo Domingo, de San Martfn und zur Puerta del Sol. Ihr Wappen:
 ein Bär neben einem Erdbeerbaum (madrofio; lat, arbulus), auf
den ein Mensch klettert, wird auf einen Streit mit dem Klerus zurückgeführt,
 wobei dem Klerus die Weiden und der Stadt die Wälder
in der Umgegend zugesprochen wurden.
Im J, 1329 versammelte Ferdinand IV. die ersten Cortes in
„Madrit“. 1383 übergab König Johann I, die Herrschaft über die

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