54 Route 8.

MADRID.

b. Museo

an französischen Bildern des xvmrn. und xvımm. Jahrhunderts. TFerdihand
 VII. vereinigte die Gemälde seiner Paläste, mit Ausnahme
derjenigen des Escorial; dazu kamen 1840 noch die Bilder des
„Museo Nacional de la Trinidad“ mit den seit 1836 aus den
Klöstern entnommenen altspanischen und niederländischen Gemälden,
 Der gegenwärtige Bestand beläuft sich auf gegen 2400
Nummern. . .
Den Hauptschatz bildet die spanische Schule, Etwa
60 echte Gemälde ihres großen Meisters Diego Veläzquez sind hier
vereinigt (S. 66, 70 ff.), und zwar seine glänzendsten Schöpfungen,
übschon etwa die Hälfte seiner Werke ins Ausland gelangt ist. Er
zeigt sich"in seiner ganzen Entwicklung, von seinem zwanzigsten
Jahre an, und in allen seinen Darstellungsarten: als Bildnismaler,
Historienmaler, Maler von biblischen, mythologischen und genreartigen
 Gegenständen und als Landschafter. Etwa ebensoviel Gemälde
 besitzt die Sammlung von Murillo (S. 66, 73), darunter schöne
Werke aus verschiedenen Zeiten, die aber mit einigen Ausnahmen
hinter denen in Sevilla (S. 397, 399) zurückstehen. Vorzüglich und
&lt;ahlreich sind die Bilder von Ribera (8. 74) und von Dom. Theotoköpuli,
 gen, el Greco (S. 66, 67, 72), die auf die Ausbildung jener
beiden Hauptmeister von großem Einfluß waren. Auch die andern
hervorragenderen Maler sind gut vertreten (@oya, S. 66, 67, 69, 72,
78), doch ist man zu ihrer genauern Kenntnis auf die Kirchen des
Landes angewiesen,
Von Italienern des xv, Jahrhunderts hat die Sammlung nur
zwei namhafte Bilder, ein Altarwerk von Fra Angelico (S. 77) und
den Tod der Maria von Mantegna (S, 66), aufzuweisen. Zahlreich
sind aber die Meisterwerke der Hochrenaissance. Dem Raffael werden
10 Gemälde zugeschrieben: der berühmte „Spasimo di Sieilia“
(S. 67), eine der gewaltigsten Schöpfungen der Malerei; eine seiner
schönsten heiligen Familien, die „Madonna mit dem Fisch“ (S. 67);
eine zweite ganz kleine h. Familie (S. 67), in ihrer miniaturartigen
Durchbildung von ähnlicher Schönheit; ein köstliches Kardinalsporträt
 (S. 68). Unter den übrigen Gemälden jener Zeit ragen
hervor: ein vortrefflicher Andrea del Sarto (S, 67), zwei Sebastianno
del Piombo (S. 66, 76), zwei echte, frühe Correggio (3. 67). Vor
allem aber fesselt die venezianische Schule: @iorgione mit einem
hervorragenden Gemälde (S, 70); Tizian mit nahezu 40 Bildern,
z, T. allerersten Ranges. In seine frühere Zeit gehören das Bildnis
des Federigo Gonzaga (S. 68) und zwei der für diesen Fürsten
gemalten allegorisch-mythologischen Bilder, das „Bacchanal“ und
die „Fruchtbarkeit“ (S, 69). Aus der mittleren und späteren Zeit
sind : die Bildnisse Karls V, und Philipps II. in ganzer Figur(8.68),
sowie das Reiterbild Karls V. (S. 69), Wunderwerke der Porträtmalerei;
 die nackten Frauenbilder der Venus und Danae (S. 69);
die allegorischen Gemälde zur Verherrlichung der katholischen
Kirche und Spaniens (S, 69) usw. Auch an vortrefflichen Bildern