e, Et Retiro. MADRID. 8. Route. 81

Den Mittelpunkt des Parkes bildet der Estangque grande (PL
ji 7,8), ein von vier Schöpfwerken (norias) umgebener künstlicher
Teich, an dessen Ostseite sich das von dem Architekten Grases entworfene,
 von einer Säulenhalle umgebene Reiterdenkmal für König
Alfons XII. erhebt, Östl. dahinter ist das bronzene Reiterstandbild
 des Generals Martinez Campos (1834-1900; vgl. 8. 276), von
M. Beulliure (1907). — Unter den zahlreichen Springbrunnen
seien die Fuente de Los Galäpagos („Schildkrötenbrunnen“), die
F, de la Alcachofa („Artischockenbrunnen“‘) und die F, del Angel
cafdo, mit der Statue des gefallenen Engels, von Ricardo Bellver,
genanut. — Der Palacio de Cristal und das Gebäude nördl. davon
wird im Frühjahr zu kleineren Ausstellungen benutzt. — Am Östrande
 des Parkes befindet sich die Casa de Fieras mit einem kleinen
Zoolagischen Garten (PL K 7, 8; Eintr. 50 c.). — Auf dem Paseo de
Fernän Nüriez (Pl. K 8), der hier vorbeiführenden breiten Allee,
findet 6-5 (im Winter 3-5) Uhr nachmittags die Korsofahrt der
Aristokratie statt. — In der NO.-Ecke des Parkes erhebt sich ein
künstlicher Hügel, Montana Rusa, jetzt unzugänglich. Unweit
südl. davon sind 1896 die Reste der dem XIV. Jahrh., angehörigen
romanischen Capilla de San Pelayo aus Avila neu zusammengestellt
worden,
Die Anfänge des Retiro-Parkes gehen in die Zeit Philipps IL zurück,
der hier für seine Gemahlin Maria von Enzland ein Landhaus im Stilc
einer normannischen Burg erbauen ließ. Der Günstling Philipps IV.,
der Herzog von Olivares, schuf daraus den heutigen Park, dessen Eröffnung
1631 Lopc de Vega mit einem Gedicht begrüßte. In der Folgezeit entstanden
 der Alte Palast (jetzt Artilleriemuseum ; S. 61), das Casdn de Felipe I r
(3. 63), die Teiche u. a, Im Retiro wohnten die Könige Philipp IV. und V.,
der stumpfsinnige Ferdinand V1, und bis 1764 auch Karl 111, Ihre üppigen
poste „verschlangen Millionen und gaben den Madridern zu beißenden
asquinaden und Coplas Veranlassung. Zu Anfang des XIX. Jahrhunderts
legten die Franzosen und nach ihnen die Engländer hier Befestigungen
An. Ferdinand VIL stellte den Park wieder her,
Die von ansehnlichen Privatgebiuden umgebene Plaza de la
Independeneia (Pl. H 17) ist ein wichtiger Kreuzungspunkt
der Straßenbahnen (S. 50/51). Ihre Mitte nimmt die Puerta de Alcalä
ein, ein 1778 von dem Italiener Sabatini erbauter Triumphbogen, auf
A ieeen Ostseite Kugelspuren an den Kampf mit den Franzosen am
ie Dez. 1808 erinnern. — Von diesem Platze gehen vier Straßen aus:
lach 0. und W. die Calle de Alcal£ (S. 59); nach NW. die Calle de
Oiözaga; nach N. die Calle de Sorrano (S. 82); nach S. die Calle
de Alfonso XI (8. 80).
eye Calle deAl calä(PLIK 7,6) führt auf der Nordseite des
UL ar bei einem Staudbilde KEspartero's, Dugque de 1a Victoria
A . , 7), des spanischen Feldherrn im ersten Karlistenkrieg®
See nen yon 1841-45 (+ 1879), weiterhin in der Nähe des
Es a us (8. 53) vorüber in ca, '/g St. nach dem Dorf Ventas del
On itw santo (I. Pl. M 4, 5), mit vielen, namentlich an Sommerenden
 von den niederen Volksklassen besuchten Weinschenken
und Tanzlokalen.
Baedekers Spanien u. Portugal, 4. Aufl,