82 Route 8. MADRID. dd, Biblioteca Nacional,

Die Calle de Serrano (Pl. I 6) ist eine der Hauptstraßen
des vornehmen nordöstlichen Stadtviertels. An ihr ist der Haupteingang
 zum Nationalmuseum (S. 85).
In derselben Richtung läuft im W. der Calle de Serrano, von
der Plaza de Cibeles (S. 60) ausgehend, der nach einem ehemaligen
Kloster benannte schattige *Paseo de Recoletos (Pl. H 6, 7).
Früher befand sich hier die berühmte Huerta del regidor Juan Fernändez,
 in welcher ein Lustspiel von Tirso de Molina spielt, und
der Garten des Herzogs von Medina de Rioseco. Der Paseo de Recoletos
 und der nördl. anschließende Paseo de 1a Castellana (S. 90),
mit zahlreichen gartenumgebenen Palästen der Aristokratie, bilden
die vornehmste Promenade Madrids (vgl. S. 54). Links liegt der
Convento de San Pascual, rechts der unzugängliche Palacio de
Murga, mit Fresken von Pradilla, das Nationalmuseum und die
Münze (Casa de la Moneda; Pl. H I 6). — Der Palacio de Justicia,
in der 1, abgehenden Calle de Dofia Bärbara de Braganza (Pl. H 6),
ist ein ehem. Salesianerinnenkloster, 1758 von Ferdinand VI. und
seiner Gemahlin Barbara de Braganza erbaut (vgl. S. nx).

d. Die Nationalbibliothek und das Nationalmuseum.
Der Palacio de Im Biblisteca y Museos Nacionales (Pl. H 6)
anthält, nächst der Pradogalerie und der Armerfa, die bedeutendsten
Sammlungen Madrids, die berühmte Nationalbibliothek (8, unten),
das historische Nationalarchiv (S. 83), das Museum für moderne
Kunst (S. 83) und das Archäologische Nationalmuseum (S. 85).
Das Gebäude ist 1866-94 nach Plänen Jareno’s aufgeführt worden.
Die den Giebel der Westfassade krönenden allegorischen Figuren
und der reiche Skulpturenschmuck des Giebelfeldes sind von
A. Querol. Auf der Freitreppe: sitzende Figuren des h. Isidor, des
Bekehrers der Westgoten, und Alfons’ des Weisen von J. Alcoverro,
und Standbilder der spanischen Gelehrten Nebrija (1444-1522) und
Vives (1492-1540) von A. Nogu&amp;s und P, Carbonell, sowie der Dichter
Lope de Vega und Cervantes von M, Fuxä und J, Vancell.
Inder Eingangshalle: sitzende Figuren Karls IV. und seiner
Gemahlin von R. Barba und J. Alvarez; Standbilder der Königin
Isabella IL und ihres Gemahls (S. x. vır), von P. del Valle und J. Piquer ;
Isabella II. mit dem Prinzen Alfonso, von A, Vallmitjana; ferner
A. Sola, Kindesliebe; FE. Martin, der h. Juan de Dios trägt einen
Kranken; J. Alvärez Pereira, Nestor und Antilochus,
Die Biblioteca Nacional (Eintritt S. 55), von Philipp V. 1711
gegründet und 1886 durch den Ankauf der Handschriftensammlung
äes Herzogs von Osuna verprößert, ist eine der hervorragendsten
Büchersammlungen Europas und umfaßt in 35 Sälen ca. 650000
gedruckte Bände, darunter 2057 Erstlingsdrucke (Inkunabeln) und
800 verschiedene Ausgaben des Don Quijote; ferner 30 000 Handschriften.
 20009 Urkunden, 30000 Handzeichnungen, 100000