Königl. Palast. MADRID. "8, Route. 93

von mehreren Klöstern, einer Kirche und von 500 Häusern herxustellt,
 Auf der Westseite erhebt sich, durch die Calle de Bailen
(3. 100) von ihm getrennt, die mächtige Fassade des königl. Palastes,
Die Ostseite, wo das Teatro Real. (8. 53) steht, schließt im Halbrund.
— In der Mitte des Platzes steht, von Anlagen umgeben, das *Reiterstandbild
 Philipps IV., ein Werk des Florentiners Pietro Tacca
(S. zx1x), unter Benutzung eines Veläzquez’schen Bildes gearbeitet
und 1640 gegossen. Das Standbild befand sich früher in einem Hof
des Retiro-Palastes und wurde 1844 hierher versetzt. Die Reliefs
stellen den König als Beschützer von Kunst und Wissenschaft dar,
er verleiht Veläzquez das Santiagokreuz, — Die 44 Standbilder
westgotischer und spanischer Könige (S. .xxv) ringsum waren ntsprünglich,
 ebenso wie die im Retiro (S. 80), in Burgos (S. 28),
Toledo (S. 136) usw., für das Dach des Schlosses bestimmt. Die
schöne Fontäne mit vier Bronzelöwen ist von Francisco Elfas und
Jo8E Tomäs.

Der *Königliche Palast (Palacio Real; Pl. D 7), ursprünglich
ron Fil. Juvara (+ 1785) entworfen, 1738-64 von Giov. Batt. Sacchetti
ırbaut (S. 1x), erhebt sich auf der Höhe östl. über. dem Manzanares;
\uf der einst der maurische Alkazar, dann der von Philipp II, bezonnene,
 1734 abgebranute alte Palast stand. Die gewaltige Masse,
Aeren sechs Stockwerke zu einem Rustikageschoß und einem korin-*hischen
 Pilastergeschoß zusammengefaßt sind, gewährt von jeder
Seite einen großartigen Anblick, vielleicht am meisten von NW. aus
der Manzanares-Niederung gesehen, wo die Unterbauten weit über den
natürlichen Abhang hinaus vorgeschoben sind. Das Gebäude bedeckt
einen Flächenraum von ca. 22 500qm, die Seiten haben eine Länge von
ta, 150m, die Höhe der ausgebauten Teile beträgt ca, 50, die der unausgebauten
 25m ; der Innenhof ist ca. 45m lang und breit. Der ganze
Bau besteht aus Granit, die Fenster- und. Türeinfassungen und anlere
 Architekturteile aus der marmorartigen Piedra de Colmenar,
Die Kosten beliefen sich, die innere Ausstattung eingerechnet, bis
zum 3. 41808 auf 74500000 p. Der Haupteingang ist im Süden, an
der Plaza de Armas, die von Flügelbauten eingefaßt wird.
Das Innere des Palastes ist auch in Abwesenheit der kgl. Familie
dur ganz ausnahmsweise mit schriftlicher Erlaubnis der Intendencia Ge-EM
 (S. 54) zugänglich. Berühmt sind die große Treppe (Escalera principal),
tie Thronsaal (Saldn de Embajadores) mit Deckenfreske von G. B. Tiepolo,
; &amp; Cümara de Girardini, von dem ital. Künstler d. N., mit Porzellandeck6
Ze japanischen Geschmack, der große Speisesaal, Zimmer mit Fresken von
Cnh, Menge (8. xovi), Bayeu, Maella u. a., Sowie die Schloßkapelle (Real
Selig) , im nördlichen Flügel des Palastes, mit 16 Säulen von grau-Bil
 warzem vizcayischen Marmor, Fresken von Corrado Giacinto und Altarde
 d von Raphael Mengs. — Der Reliquienschatz des kgl, Hauses ( Relicarto
€ 1a Real Capilla) belndet sich in zwei Räumen gegenüber der Sakristei.
wi kg1l.S ammlung von Wandteppichen (Real Tapiceria) über-1
 {ft an Reichtum alle andern derartigen Sammlungen (ca. 200 Tapices). Ein
+ eil derselben wird am Fronleichnamstage in der zur großen Mreppe füh-Den
 Galerie ausgestellt, Es sind. vorwiegend flandrische Arbeiten 308
lem Besitz Karls V. Hervorzuheben sind: die Darstellungen Aus dem Kriegs-Aug
 des Kaisers nach Tunis. nach Kartans von Jan Cornelis Vermeyen (m