Plaza Mayor. MADRID. 8. Route. 99

1. Pl. CB 6-4) nach der Ermita de San Antonio de 1a Florida, deren
1792 erbaute Kirche Fresken von Goya (S. xcvr) enthält, Zur
Kirche gehört jenseit der Bahn der schmucklose Cementerio de la
Moneloa (X. Pl. C 5), wo.die hier am 3. Mai 1808 von den Franzosen
erschossenen Bürger ruhen (vgl. das Bild von Goya im Pradomuseum,
„° 749, 8. 69). Der Kirche gegenüber die Station der Dampf-;traßenbahn
 nach El Pardo (S. 105). Die elektr. Straßenbahn führt
weiter bis Bombilla (I. PL B 5), einem beliebten Ausflugsort, in
Jessen Gartenlokalen man So. ein Bild spanischen Volkslebens hat.
— Ein andrer Weg, der Paseo de la WVirgen del Puerto (Pl. 6 7, 8);
führt von dem Paseo de San Vicente südl. zu der Ermita de la
Virgen del Puerto am Manzanares und über den Puente de Segovia
(S. 58) ans andere Ufer, von wo man die „Wäscherinnen am Manzanares“
 in Tätigkeit sehen kann. — Ein dritter Weg geht über den
Puente del Rey (S. 58) zu der am r:. Ufer liegenden Casa de Campo
(L.PL. A-C 6,7), einem ausgedehnten, nur auf besondere Empfehlung
zugänglichen königlichen Park Philipps IL, mit Teichen, einem
Palacio dicht am Fluß, einer Kirche und mehreren andern Gebäuden.

Die südliche der beiden großen Straßen, die von der Puerta del
Sol (S. 58) nach W. führen, ist die Calle Mayor (PL. F-D 8),
ine der Hauptverkehrsadern Madrids (Straßenbahnen S. 49, 50:
1° 9, 6, 12, 24-25). Nur ihre östliche Hälfte gehört seit alters zur
Stadt, die westliche durchschneidet die ehemalige Vorstadt Santa
Uruz. In der Gegend des niedergerissenen Stadttors Puerta de Guadalajara
 führen Kurze Seitenstraßen südlich auf die große
Plaza Mayor (PLEF 8) oder Plaza de la Constituciön, mit
Anlagen und Fontänen, In der Mitte ein X Reiterbild Philipps IIL.,
von Giovanni Bologna nach einem Gemälde des Pantoja de 1a Cruz
modelliert und 1643 von Pietro Tacca (S.ux1x) in Florenz gegossen,
bis 1848 in der Casa de Campo (s. oben) befindlich, wohl das schönste
DenkmalMadrids. — Der Platz wurde Anfang des xvIl. Jahrhunderts
durch Niederlegung einiger Häusergruppen in der Vorstadt Santa
Cruz hergestellt und vielfach zu Festlichkeiten und Schaustellungen,
Turnieren, Hinrichtungen, Autodafös, Pferderennen, Stierkämpfen
benutzt. Die Häuser, in deren Erdgeschoß sich Bogengänge hinziehen,
 dienten dabei mit. ihren Balkonen als Logen für die Zu
Schauer, deren bis 50000 Platz hatten. Den Balkon de Marizüpalos
ließ Philipp LV. für seine Geliebte herstellen, ;
Das erste Fest, das auf dem Platze stattfand, war die Seligsprechung
les h, Isidor am 415. Mai 1620; im Okt, 1621 wurde hier Rodrigo Calderön,
Marques de Siete-Iglesias, hingerichtet. Im J. 1622 folgten neue Kanonisationen,
 darunter die des Zgnatius Loyola (S. 16), zu welcher Lope de
Vega ein Drama schrieb. Ein glänzendes Turnier im August 1623 wurde
von Autodafeca und Stierkämpfen abgelöst. Ein vierzigtägiges Hoffest im
J. 1629 verschlang drei Millionen Peseten. Am 30. Juni 1680 währte ein
Autodafe von morgens 7 Uhr his zur Dunkelheit; es erschienen 50 Beschuldigte,
 von denen 21 auf dem Quemadero (S. 92) verbrannt wurden,
Karl IT. 4:e Königin und der Hof wohnten diesem Schauspiele zwölf