108 Route 9*. ESCORIAL.

Kirche.

;ine Vorhalle, neben welcher r, der Zugang zu der Bibliothek
Jer Druckwerke ist (S. 114), gelangt man in den
Patio de los Reyes, einen 62m 1. und 36m br. Hof, der von
zroßen Gebäuden eingeschlossen ist. Eine Freitreppe führt zur
Kirche, deren Fassade von zwei ca, 70m h. Ecktürmen flankiert
and über dem Gebälk ihrer sechs dorischen Säulen mit gewaltigen
Statuen alttestamentlicher Weisen, von J. B. Monegro, geschmückt
ist: jede aus einem Granitblock, Köpfe und Hände von weißem
Marmor, Kronen und Zepter von vergoldeter Bronze. Über dem
Giebel erblickt man die Laterne der Vierungskuppel, die von einer
8m h. schlanken Pyramide mit einer Hohlkugel von 2m Durchmesser
 und einem eisernen Kreuze darüber gekrönt wird. Die Spitze
des Kreuzes ragt 96m über dem Boden der Kirche auf, — Das
Hauptportal wird nur für die Königefamilie geöffnet. Gewöhnlich
tritt man durch die Tür links ein, falls diese geschlossen, durch
die Tür in der Ecke rechts, welche zu dem Kreuzgange führt, und
befindet sich zunächst in dem dunklen Unteren Chore (Coro bajo,
anter dem Coro alto, S. 109).
Das Innere der Kirche hat, nach dem Vorbild des ursprünglichen
 Planes von St, Peter in Rom, die Form eines griechischen
Kreuzes. Die Schiffe sind von kühnen, flachen Gewölben überdeckt.
Über der Vierung steigt die ganz in Granit aufgemauerte Kuppel
/eimborio) auf, die auf vier gewaltigen Pfeilern von je ca, 32m Um-{ang
 und auf den die Pfeiler verbindenden Bogen ruht. Die Verhältnisse
 sind außerordentlich. „Es kostet der Einbildungskraft
Mühe, die Vorstellung zu vollziehen, daß man sich hier nur in
dem Bruchstück eines Gebäudes befinde.“ In die architektonische
Formenharmonie, wo alles gleichsam die Bedeutung eines mathematischen
 Gesetzes hat, treten die großen Fresken der acht
Wölbungen fast störend ein,
Die 48 Altäre mit ihren z. U, wertvollen Gemälden befinden sich in den
ringsumlaufenden Kapellen und an den 4 Zentral- und 8 Wandpfeilern,
Die Freskogemälde der Gewölbe von Luca Giordano stellen
dar: 1. Gewölbe im NO. Verkündigung, Concepeiön, Christi (Geburt, Annetung
 der Engel und Könige; — 2, Gewölbe in der Mitte des nördl.
Schiffs Zug der Israeliten durch die Wüste; — 3. Gew ölbe im NW. Triumph
der streitenden Kirche; — 4. Gewölbe im Mittelschiff vor dem Chor im
W. Jüngstes Gericht; — 5, Gewölbe im SW. eine Allegorie der unbefleckten
 Empfängnis; — 6. Gewölbe in der Mitte des südl. Schiffs Sieg
der Israeliten über die Amalekiter; — 7. Gewölbe im SO, r. vom Hauptaltar
 und über dem Altar des h. Hieronymus die Verurteilung desselben; —
3, Gewölbe vor der Kapelle des Haupfaltara Tod. Begrähnis und Himmelfahrt
 der h. Jungfrau,
Der Aufgang zur * CAarıınA Mayor, die den HMauptaltar, die
Oratorien und bemerkenswerte Grabmäler enthält, ist verboten.
Der Hauptaltar (Retablo), 30m hoch, ist von dem Mailänder Giacomo
Trezzo aus den kostbarsten Marmorarten hergestellt; die Säulen mit verzoldeten
 Pronzehasen und Kapitälen ; die vergoldeten 15 Bronzefiguren und
Medaillons von den Italienern Leone Leont und Pompeo Leoni (8, 1x1xX);
die Bilder von Pell. Fibaldi und Fed. Zuccaro. Hinter dem Altar liegt der
Grundstein („la primera piedra“, S, 106), — Die Oratorios, vier niedrige
Kammern von schwarzem Marmar, sind auf beiden Seiten des Hanptaltars-