110 Route 9°, ESCORIAL. Kirche,

15, April 14587 wohnte Philipp II. hier dem feierlichen Requiem
für Maria Stuart bei, — Der Chor enthält ein einfach. schönes
Stuhlwerk nach Zeichnungen von Herrera, ein großes Chorpult und
einen Kristallkronleuchter. Die Fresken an Wänden und Decke
sind von Cineinnato und Lugqueto. — Nebenräume des Oberen
Chors: die Antecoros mit einer Statue des h. Laurentius und
Fresken von Luca C@iordano; die Librerta del Coro mit 219 kolossalen
 Chorbüchern (bis im hoch; aufgeschlagen 1,;m breit) von
Pergament, mit Miniaturen von den Mönchen Andres de Lein und
Juliän de la Fuente, in teilweise prachtvollen Einbänden, In einem
kleinen Raum w. hinter dem Hochchor ein lebensgroßes *Marmorkruzifix
 von Benvenuto Cellini (1562), ein Geschenk des Herzogs
von Toskana an Philipp 1I., ‚der die Figur 1576 von Madrid hierher
;urch Menschen tragen ließ,
Man kehrt zur Antesacristfa zurück und erreicht weiter die
Sacristia, einen 29m 1. und 8m br. Raum mit guten Bildern von
Ribera, El Greco, Zurbarän u. a. Die Decke ist von. Nie, Granello
und Fabricio Castello gemalt. Am Ende der Sakristei ist der Retablo
de la Santa Forma mit der Hostie (Santa Forma), welche 1525. zu
Gorecum in Holland unter den Tritten protestantischer Soldaten
blutete und von dem deutschen Kaiser Rudolph 11. an Philipp 11.
gesandt wurde, Das große * Altargemälde von Claudio Coello
(S. xovz; 1690) stellt die Übertragung der Santa Forma in diese
Sakristei dar; lauter Porträte: der Prior mit.der Kustodie; Karl II.
knieend, die Herzöge von Medinaceli, Pastrana u. a. ; unten 1. in der
Ecke der Maler. — Hinter dem Altar befindet sich der Camarin,
1692 erbaut von Jos&amp; del Olmo und Francisco Rizi, reich dekoriert,
mit einer Kustodie für die Santa Forma, Geschenk der Königin
Isabella II. Am 29. September und 28. Oktober wird die Santa
Forma dem Publikum gezeigt.
Durch die Antesacristia betritt man den Unteren Kreuzgang
/Claustro prineipal bajo), mit dem Patio de Los Evangelistas (so genannt
 nach den Statuen von Monegro), einem Quadrat von je 45m
Länge, und einem Tempelchen (templete) in der Mitte. Die Fresken
sind unbedeutend. — Die Südseite des Kreuzgangs nehmen die
Kapitelsäle (Salas capitulares) ein, mit einer * Gemäldesammlung.
Die Gewölbefresken im pompejanischen Stil sind von. Granello und
Castello. Vgl. auch S. LXXXI,
Im Mittelraum, den man zuerst betritt: Hieron. Bosch, zwei Triptychen:
 der Garten der Lüste (la Iujuria) und der Heuwagen; ferner Verspottung
 Christi und Kreuztragung; J/. Patinir, 'der h. Christophorus. —
In der Mitte ein vergoldeter Bronzeengel (Evangelienpult] von J. Simon
in Antwerpen (1571).
Sala Vicarial, r. vom Mittelraum: r., P. Veronese, Verkündigung;
* Veldzquez, der blutbefleckte bunte Rock von den Brüdern Josephs als
Zeugnis seines Todes dem Vater Jakob überbracht (S. xcmr11); *Aiberda,
Jakob mit den Schafen; 7izian, Abendmahl, der letzte Jünger r. angeblich
der Maler selbst (1564; oben verkürzt und ganz übermalt); Navarreie,
Hinrichtung des h, Jakobus d, AÄlt.: ZI Greco. der h. Mauritius. der An“