112 Route 9°. ESCORLAL. Palaecin Real.

Die BIBLIOTARK DER HANDSCHRIFTEN ( Biblioteca de Manuseritos)
‘et nur mit Erlaubnis der Intendencia de 1a Roal Casa in Madrid
(S. 53) zugänglich. Vgl. S. LXXVI

Man verläßt das Kloster durch den Haupteingang (8. 107) und
wendet sich über die Plaza del Monasterio, deren W,-Seite die Casa
le la Compafia (Dienergebäude) begrenzt, und um die NW.-Kcke
jes Klosters (Colegio, S. 107) herum nach dem Eingange in der
Mitte der Nordfassade („Entrada del Palacio“), der zu dem
Palacio Real führt. Philipp II. wollte für sich nichts haben als
»ine „Zelle, wo er seine ınüden Glieder zu Grabe tragen könne“,
Seine Nachfolger schufen einen Palast und dekorierten ihn im Stile
les XvIL. und XvYıL Jahrhunderts,
Man steigt unmittelbar 1, rückwärts eine Granitireppe hinauf zum
[. Stockwerk, Aus der großen Zahl der z, T, mit prachtvollen spanischen
Wandteppichen (tapices) nach Goya, Bayeu, Juan del Castillo, Teniers,
Wouwerman u, a,., aus der kgl. Teppichfabrik von Madrid (S. 105), geschmückten
 Räume sind hervorzuheben: die Sala de Recepeiones, mit
Teppichen nach Goya (die Eaotwürfe im Pradomusceum, $. 78), und die
Alm 1. Sala de las Batallas, mit (1882-89 restaurierten) Schlachtenfresken
von N. Granello und Fabr. Castello, darunter die Schlacht von Higueruela
18.351), 1587 nach einem älteren Bilde kopiert (S.1xxvır), kriegsgeschichtlich
aedeutsam, die Expedition nach den Azoren, die Schlacht bei St-Quentin.
— Auf einer engen Treppe steigt man hinab in das Erdgeschoß, Hier
veländen sich die „Zellen Philipps IL“, mit den sieben Todsinden von
Hieron. Bosch und andern Bildern an den Wänden sowie einem Kasten
mit Zeichnungen Albrecht Dürers. Hier wohnte der König und erteilte
Audienzen. In dem Zimmer, aus dem man in die Capilla Mayor der Kirche
sieht, starb Philipp am 13, September 1598, gequält von einer langen ekelhaften
 Krankheit, aber Trost findend im Gebet und im Blick auf die
Pracht des Hochaltars. Das Kruzifix in scinen Händen war dasselbe,
welches auch sein Vater sterbend gehalten hatte. Von dem alten Mobiliar
sind noch vorhanden ein Schreibtisch, ein Bücher- und Aktenständer, cin
Lederstuhl, ein Stuhl, auf dem der König das kranke Bein zu strecken
pflegte, und ein Tragstuhl, auf dem er seine letzte Reise nach dem
BEacorial antrat.

Auf der Westseite des Klosters und bei den Torhallen 1. abbiegend
 (+ auf dem Plan S. 107), gelangt man in den von 2 Uhr
yachm, an geöffneten Klostergarten, eine Terrasse mit Buchsbaumhecken,
 Grotten und weiter X Aussicht über die neukastilische
Ebene mit Madrid und das Guadarramagebirge.
An der Nordseite des Klosters führt die Calle de 1a Parada entjang.
 Hier 1. die Eseuela de Ingenieros de Montes (Forstakademie), in
deren Garten eine Bronzebüste des Forstbotanikers M. Laguna steht
(1902). Die r. abzweigende Calle Larga trennt den Klostergarten
von dem unteren Park (Jardines del Prfneipe): Eintritt gleich 1.
Jurch das Portal, Im Park die *Casita del Prineipe oder Casita de
Abajo (Eintritt s. 8. 105), 1772 von Juan de Villanueva für den
Prinzen Karl errichtet, ein zweistöckiges Gebäude mit kleinen
niedrigen Zimmern, nach Art der Casa del Labrador in Aranjuez
(8. 4122), dessen Decken z. T. mit Malereien und Stuck nach
bompejanischen Motiven geschmückt sind. Zu erwähnen einige