LA GRANJA. 9%. Route. 119

Man betritt San Ildefonso durch die Puerta de Segovia, die auf
die große Plaza del Palacio (Pl. C2,3) führt. Am SO.-Ende des
Platzes erhebt sich die an die Hinterfront des Schlosses angebaute
Dolegiata.

Das Schloß (Palacio Real; Pl. C 3), 1721-23 von Teodoro Ardemans
 nach Plänen der Italiener Juvara und Sacchetti (S. ıx) erbaut,
besteht aus einem Hauptgebäude, das den Hof der ursprünglichen
Granja (S. 118) einschließt, und zwei Doppelflügeln. Die Hanptfront
 ist den Gärten zugewendet. Durch eine Tür in der Ostecke
der Plaza del Palacio betritt man das Schloß, Die: königlichen
Zimmer im 4. Stock (dem Führer 1 p.) haben noch die prächtige
Ausstattung des Xvım. Jahrhunderts. Die ehemals im Schloß bewahrten
 Antiken sind 1836 nach Madrid übertragen (S. 79) und hier
durch die im Erdgeschoß aufbewahrten, auf Veranlassung von Raphael
 Mengs hergestellten (Jipsabgüsse ersetzt worden.
Die seit 1724 errichtete Colegiata (Pl. C 3) hat einen reichen
Freskenschmuck von Bayeu und Maella, sowie einen Hochaltar von
Ardemans, mit Marmorarbeiten von dem Neapolitaner Solimena, Das
Pantedn, die Kapelle 1. vom Hauptaltar, enthält das Grabmal Philipps
 V. und seiner Gemahlin Isabella Farnese, von Pitug und Dumandre.

Die Gärten (Eingang in der Südecke der Plaza del Palacio, 8.
den Pfeil in PL C 3), nach Plänen der franz. Gartenkünstler Cartier
und Boutelet angelegt, ziehen sich am Abhang aufwärts und bedecken
 über 140ha, Die *X* Wasserkünste (Fuentes) sind bedeutender
 als die von Versailles, Mit dem größeren Teile überraschte die
Königin 1727 ihren Gemahl nach längerer Abwesenheit; er aber
meinte flüchtig lächelnd: „es hat mich drei Millionen gekostet, um
mich drei Minuten zu amüsieren“. Das Wasser liefert das sogen.
Mar (Pl. C 6), ein künstlicher Teich auf der Höhe (1249m). Die
bedeutendsten der zahlreichen Fontänen und Kaskaden, an denen
sich die Phantasie der Thierry und Frömin erschöpft hat, sind: die
Fuente de Andrömeda (P1. CO 5), mit Perseus und dem Drachen, der
einen Strahl von 31m Höhe speit; die Fontäne des Apollo als Siegers
über den Python, der Ströme Wassers speit; die Cascada del Cenador
{Pl.C4); die Carrera de Caballos (Pl. C4; Triumphzug des Neptun);
die Fuente de Ranas (Pl. A 4), mit Latona und der Verwandlung
phrygischer Bauern in Frösche, Der Strahl der Fama (Pl. B 3) erteicht
 35m Höhe und ist bis Segovia sichtbar. Ein großes Durcheinander
 von Statuen, Gruppen und Wasserstrahlen bilden die BaRo8s
de Diana (Pl. A 3). — Zum Eintritt in den reservierten Garten (Jardin
 de las Flores) und den Küchengarten (el Potosf) bedarf man einer
besonderen Erlaubnis (papeleta).
Die 1734 gegründete und von Karl III. geförderte Glasfabrik
(Fäbriea de Cristales ; Pl. D 1, 2) ist jetzt Privateigentum.
_ AvusrıücE. Nach der ehem. Cartuja E1 Paular (10km), auf der Süd.
seite des Gmadarrama-Gebirzes im Lozova-Tale, gelangt man durch den