Palacio Real. ARANJUEZ. ge. Route, 121

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anschließt. — Eine Stromschnelle des Tajo, die die Bewässerung
der Flußebene erleichtert und später als Wehr (presa; P1, CD 2)
ausgebaut worden ist, hat die Anlage des Ortes veranlaßt, Schon die
Römer hatten Villen in der Nähe, wie aufgedeckte Reste bezeugen.
 Im Mittelalter war der Ort eine Besitzung des Santiago-Ordens,
mit einem seit 1387 von dem Großmeister Sudrez de Figueroa etbauten
 Klosterpalast, der bald Aranzuel, bald Aranzueje genannt
wird. Unter dem Namen Isla war er ein beliebter Sommeraufenthalt
 Isabellas der Katholischen. Karl V. erbaute hier ein Jagdschloß.
 Philipp II., der es durch seine Architekten Juan Bautista
de Toledo und Juan de Herrera erweitern und die damals in Spanien
noch unbekannten Ulmen (Ulmus nigra L.) aus England kommen
ließ, erhob den Ort zu einer Residenz (1575). Das 1660 und 1665
durch Feuer größtenteils zerstörte Schloß ließ dann Philipp V. im
Stile der Bauten Ludwigs XIV. von Pedro Caro neu aufbauen
(1727), Ferdinand VI. restaurierte es nach einem dritten Brande
(4748), und Karl IIL. fügte 1775-78 die beiden großen Flügel hinzu.
Karl IV. dankte hier am 19. März 1808 zugunsten seines Sohnes
Ferdinand VII. ab, nachdem tags zuvor das Volk den Palast seines
Günstlings und Ministers, des „Principe de la Paz“ Godoy, erstürmt
hatte. Seitdem ist Aranjuez immer stiller geworden, „Die schönen
Tage in Aranjuez sind num zu Eude“, Aber die Parkanlagen mit
ihren herrlichen Platanen und Ulmen lohnen namentlich im Frühjahr
 zur Nachtigallenzeit sowie in ihrer herbstlichen Färbung den
Ausflug. Im Hochsommer erreicht die Hitze bisweilen 47° C. und
herrscht Malaria. Berühmt ist die Spargel- und Erdbeerzucht.
Mittelpunkt von Aranjuez ist die Plaza de la Libertad (Pl.
D 3), mit der Kapelle San Antonio (Pl. 2), der Fuente de Diana
oder de las Cadenas und dem kleinen Jardfn de Isabel HI. Die
Westseite des Platzes begrenzt der
Palacio Real (Pl. 0 2, 3), neben dem ein von Godoy (s. oben)
angelegter Säulengang ( Corredor) hinläuft, Im Innern zu beachten:
das Treppenhaus, mit der Büste Ludwigs XIV.; in den Sälen Gemälde
 von Luca Giordano, Franc, Bayeu, Raphael Mengs, Amiconi,
Tenierg u. a. ; im Oratorium eine Verkündigung von Maella(?) und
ein Kruzifix von Elfenbein; unter den modernen Bildern Espalter’s
„El ültimo suspire del Moro“ (S. 326). Die Porzellanplatten japanisachen
 Stils, mit denen die Sala japonesa ausgeschmückt ist, wurden
 1763 für Karl 11, nach Entwürfen des Neapolitaners Gius, Gricei
in der Porzellanfabrik des Retiro (S. 86) ausgeführt. Die gıoßen
Spiegel und der Kronleuchter ans einem Stück sind aus der Glasfabrik
 von La Granja (S. 119), Die Decke des Rauchkabinetts oder
GQabinete Grabe ist im Mudejarstil. Überall hübsche Ausblicke auf
den Inselgarten und das Tajowehr,
Der von Philipp V. angelegte Parterre-Oarten (P1. CD 2, 3) im
O. des Schlosses zeichnet sich durch reichen Blumenflor aus und
enthält viele Statuen, Büsten, Marmorvasen, Fontänen u. a. Gleich