122 Route 96. ARANJUEZ. Casa del Labrador.

am östl. Eingang des Parterres die Fuente de Hercules, mit Darstellungen
 der Taten des Heercules,
DerWeg am Tajowehr führt über die aus dem Fluß abgeleitete
Rfa zu dem von Philipp II. angelegten * Jardin de la Isla (Pl. BC
1, 2; „Inselgarten“), dem Hauptgarten von Aranjuez, der als Schauplatz
 des Schillerschen Don Carlos zu denken ist, Prächtig namentlich
 die neben dem rauschenden Flusse hinführende Platanenallee,
 der Saldn de los Reyes Catolicos. Am S.-Ende dieses Baumganges
 1. abbiegend, kommt man durch die mit Buchshecken eingefaßte
 Calle de La Alhambra an verschiedenen Fontänen vorbei zur
Bacchusfontäne, dann 1. zur Neptunfontäne; zuletzt in den Jardin
de la Isleta (Pl. B 2), das westl. Ende des Inselgartens, und an
den Tajo, in den hier der oben gen. Kanal mündet. — Nun zurück
längs der Rfa, mit einzelnen Abschweifungen in den Garten links
(Wasserkastell, Fuente de La Doncella v. a.), zum Schloß, Vor demselben
 ein in den Salön de los Reyes Cat6licos (s, oben) einmündender
 Gang, los Burladores (die „Vexierer“), mit geheimen Wasserkünsten.
 Neben dem Schlosse noch mehrere Marmorfontänen und
die Caseada de la Rfa:

Im NO. des Parterregartens überschreitet eine mit Statuen und
Vasen geschmückte Hängebrücke (Puente colgante; Pl. D 2) den
Tajo. Die Straße geradeaus führt nach Madrid,
Wir wenden uns, am diesseitigen Ufer des Tajo, nach 0. in die
* Calle de la Reina (Pl. D E F 2), eine prachtvolle Platanenund
 Ulmenalilee, die am Jardin del Principe entlang läuft und
weiterhin noch 5km nach 0, dem Tajotale folgt. Zur L. mehrfach
hübsche Einblicke in den Jardin del Principe, namentlich auf
seine riesigen Platanen, zur R, auf die sonnenverbrannten Anhöhen
des Polvorin, der nach einer früheren Pulvermühle benannt ist. In
20-25 Min. erreicht man am zweiten Rondell (1) den Eingang zur
Casa del Labrador, nicht ein „Bauernhaus“, sondern ein Schlößchen
 nach Art des Trianon in Versailles, 1803 unter Karl IV. erbaut,
 wie die Inschrift meldet. Es besteht aus einem Mittelbau und
zwei Flügeln, In der Mitte der Hauptfront eine Fontäne mit drei
weiblichen Figuren: Sed, Envidia, Hambre (Durst, Neid, Hunger).
Das Innere (Eintritt 8. 8. 120; der Conserje wohnt im r. Flügel) ist
namentlich im I. Stockwerk, zu dem eine prachtvolle Treppe führt, reich
mit Deckengemälden von Zacarias Veldzquez, Lopez, Maella u. a. auBEeschmückt.
 1. Zimmer: Deckengemälde Apollo und die Musenz dann ].
2. Zimmer: schöne Vasen; 3, Zimmer: Seidentapeten; 4. Zimmer:
an der Wand aus Holz geschnitzte Vögel. — 5. Skulptureng alerie:
Deckengemälde Handel, Ackerbau usw.; 16 vortreffliche, größtenteils aus
Tivoli stammende antike Porträthermen, besonders hervorragend die des
Sokrates (die des Homer, sowie die beiden r. und 1. von der Ausgangstür
scheinen modern), ferner Mosaiken aus dem römischen Theater in Merida
(S. A445); in der Mitte ein Musikwerk. — 6. Billardzimmer: Deckengemälde
 die vier Elemente; Tapeten von Seide; Billard; eine prachtvolle
Uhr; Kronleuchter. — Nun zurück und dann r. in die 7.8ala de Maria
Luisa mit mehreren Uhren, Vasen und Kronleuchtern. — 8. Ballsaal
FSaldn de Baile), mit vielen Stutzuhren; an den Wänden Ansichten des