114 Route 9%. SEGOVIA. Aquädukt.

wurden, mit halbrunden „Cubos“ (S. 33) und malerischen Toren.
Ein paar Vorstädte (arrabales), wie San Lorenzo, mit im Mittelalter
weltberühmten Tuchfabriken, S. Marcos und S, Millän, steigen an
den Abhängen in das Tal hinab,
Hauptsehenswürdigkeit, zugleich neben den Mauern von Tayragona
 (S. 259) das größte erhaltene Römerwerk in Spanien, ist der
Ak römische Aquädukt, gewöhnlich el Puente genannt. Er stammt
wahrscheinlich aus der Zeit des Augustus und wurde, wie die
Löcher für die Bronzebuchstaben der ehemaligen Inschrift andeuten,
unter den Flaviern oder unter Trajan wiederhergestellt. Die Leitung,
die von einem aus der Sierra de Fuenfrfa kommenden Bache gespeist
 wird, durchfließt anfangs offen das Pinar de Valsäin (5. 120),
läuft später unter der Straße von La Granja hindurch und erreicht
nach 16km die Höhe im O0, Segovias, wo die Sammelbecken (Depösitos
de agua; vgl. Pl. F 3) sind, Hier schließt die Brücke an, die
in 119 Bogen von 818m Gesamtlänge, davon 276m zweistöckig,
über das tiefe Tal mit den Vorstädten und einen Teil der Oberstadt
 hinweggeführt ist. Die Pfeiler sind je nach dem Terrain 7 bis
281/am hoch, Der ganze Bau ist aus Granitquadern olıne Mörtel
und Klammern ausgeführt (die vorspringenden Steine dienten vermutlich
 als Stützen für die Holzgerüste). Bei der Belagerung durch
die Mauren im J. 1071 wurden 35 Bogen zerstört, die aber 1483
unter Isabella der Katholischen von Juan Escovedo im alten Stile
wiederhergestellt wurden, In der Nische öben steht jetzt eine Statue
der h. Jungfrau, auf der andern Seite die des h. Sebastian.
Am Eingang der eigentlichen, oberen Stadt liegt die Plaza del
Azoquejo(Pl.D 2), deren Name mit dem arabischen Sükh (Markt)
zusammenhängt. Der Aquädukt führt über sie hinweg und bietet
an der Ecke der Calle de Gascos den besten Gesamtüberblick, Der
Platz ist Mittelpunkt des Verkehrs, der sich von hier südwestl, durch
die Calle de Cervantes, dann durch die Calle de Juan Bravo, bei der
Plaza S. Martin vorüber, nach der Plaza Mayor zieht.
Am O.-Ende der Calle de Juan Bravo r, die Casa de los Picos
(Pl. 6: D 2), nach den facettierten Quadern so benannt, früher befestigt.
 Weiter, Calle de Juan Bravo 40/42, an der
Plaza S. Martin, 1. das ehemalige Haus des Comunero Juan
Bravo (+15213; vgl. S. 57), mit hübscher Galerie am oberen Stockwerk.
 — Gegenüber die Kirche San Martin (Pl. 02), ein dreischiffiger
romanischer Bau des xır, Jahrhunderts, mit hübscher Säulenhalle auf
drei Seiten und stattlichem Westportal ; im Innern Grabmäler. — Die
Ostseite des Platzes begrenzt die Casa del Margues de Lozoya (Pl. 5:
CD 2), mit schönem Hof und Turm, In der NO,-Ecke die Escuela
de Artes y Oficios (Pl. 10: C 2) mit dem im Umbau befindlichen
Museo provincial. — Unweit nordöstlich (rt. an der Escuela de Artes
vorüber) die Casa de Galicia (Pl, 1: © D 2), mit maurischen Resten
im Hof; westl. (1. von der Escuela vorüber) der Torredn de Los Arias
Dävila (PL 18: C 2), jetzt Sitz der Delegaciön de Hacienda,