118 Route 9b. SAN ILDEFONSO.

Fuencisla (Pl. A. 1; fons stillans), die zur Erinnerung an die Errettung
 der Marfa del Salto (S. 115) im J. 1618 erbaute Kirche
der Virgen de »uencisla. Oberhalb derselben ist die Pefia grajera
(„Krähenfels“), von weicher Verbrecher hinabgestürzt wurden.
Vor der Puerta de Valladolid überschreitet man den Eresmo auf
3em Puente de S. Lezaro (Pl. A 1) und gelangt so auf die Cuesta de
Los Hoyos (Pl. B 2), von der man einen prächtigen Blick auf den
Alkazar, die Kathedrale und die Stadtmauer hat, Man kehrt über
4ie Clamores-Brücke (Pl. C 2) zur Stadt zurück oder schließt den
Spaziergang über den Paseo de Ezequiel Gonzälez (S. 117) an. —
Auch in umgekehrter Richtung, vom Sal6n de Isabel IL (S. 117)
aus, ist der Weg höchst Jlohnend.‘ Man kann dann durch die Puerta
de Santiago (S. 116) zurückkehren.

Eine staubige Fahrstraße (Diligence und Omnibus s. S. 113)
‚ührt von Segovia s.ö. durch einförmige Gegend an der (8km) königl,
Domäne Quita Pesares („Sanssouci“) vorbei nach (11km)
San Ildefonso mit dem Schloß La Granja.
Gastuöre (vgl. S. xxmı): H. Kuropeo (Pl. a: © 2), im Winter ge-‚schlossen;
 H. de Roma (Pl. b: 092), 6. 81/2, M. 5, P. 40-15 p.
Die Wnsserkünste sind wohl die bedeutendsten in Europa; sie springen
(„corren“) aber nur gelten. Die Tage wechseln; nach den Bestimmungen
von 1905: am 283. Januar (S. Ildefonso), 30. Mai (S. Fernando), 24. Juli
(Namenstag der Königin Mutier), 40. August (S. Lorenzo), 25, August
{S. Luis), und zwar meist nachmittags, eine Fontäne nach der andern,
Wenn die Wasser nicht springen, genügt ein Zstünd. Aufenthalt, Bei
Anwesenheit des königl. Hofes ist das Schloß nicht zugänglich,
San Ildefonso (1156m), Städtchen von 3300 Einw., in schöner
Lage am Fuße der gewaltigen Pefialara (S, 120), ist eine besuchte
Sommerfrische mit fast alpinem Klima, König Heinrich 1V. erbaute
 hier im J. 1450 ein Jagdhaus und eine Ermita de San Tidefonso
 (Pl. B 3), welche die „Katholischen Könige“ 4477 dem Kloster
Parral (S. 117) schenkten, Daneben gründeten die Hieronymiten
eine Meierei („Granja“), Der heutige Palast mit den Gärten französischen
 Stils ist eine Schöpfung Philipps V., des ersten Bourbon
auf dem spanischen Thron, der nach dem Brandevon Valsäin (S. 120)
die Granja 1719 ankaufte. Wieder Escorial den Charakter Philipps 11.,
so spiegelt die Granja die Sehnsucht Philipps V. wieder, der sein
Frankreich nicht vergessen konnte und sich in dieser Gebirgseinsamkeit
 ein Versailles gründete. Auch die folgenden Könige
zogen sich gern hierher zurück, Ferdinand V1I. widerrief hier 1832
‚während einer Krankheit die 1830 erlassene Pragmatische Sanktion,
durch die das Salische Gesetz von 1713 aufgehoben worden War,
und erkannte seinen Bruder Don Carlos als 'Thronerben an, ‚stellte
ıber bald darauf, genesen, die Pragmatische Sanktion wieder her,
um seiner zwei Jahre alten Tochter Isabella die Thronfolge :zuzusichern.
 Die Folge waren die spanischen Bürgerkriege. Ein militärisches
 Pronunziamento nötigte hier 41836 die Regentin Christine
zur Annahme der Konstitution von Cädiz.