126. Route 94, TOLEDO. a. Kathedrale,

Bürgerhäuser weichen mußte, Vom xur bis ins xvi. Jahrhundert
hinein waren französische, niederdeutsche, italienische Künstler und
Kunsthaudwerker in Toledo tätig. Die Kirchen, wie auch andere Gebäude
 sind mit Kunstschätzen gefüllt; Ganz Toledo ist nach Woermann
 „ein unter freiem Himmel, auf weithin schauender Felsentafel
ıufrestelltes Riesenmuseum altspanischer Architekturgzeschichte“.

a. Die Kathedrale und ihre nächste Umgebung.
Das Innere der Kathedrale ist den ganzen Tag bis zum Ave Maria
([a Oraciön) zugänglich; die höüufigen Messen hindern jedoch vorm. die
Zesichtigung, namentlich der Altäre und des Chors, Besondere Beamte,
Silencieros oder Silenciarios (populär Azotaperros, Hundeprügler), üben die
Kirchenpolizei, Man besichtige früh die Kathedrale von außen, gewinne
einen Überblick über das Innere und besuche die Kapelten, soweit sie ZUzänglich
 sid, insbesondere die Capilla mozärabe (S. 13)) und €. de Rayes
nuevos (S, 132), sowie den Kreuzgang (S. 134). Die Besichtigung der geschlossenen
 Kapellen, des Domschatzes usw. findet am Nachmittag statt;
die (wechselnden) Besuchszeiten sind auf den drei Kintritiskarten (papeletas),
lie man im Vorsaal der Sala capitular (S. 131) löst, angegeben: für Domschatz,
 Sakristei wit Ochavo und Rupas 2 p.; Kapitelaualk, Chor und
Kapellen 11/2 p.; Glocken (campanas) uud Besteigung des Turms 50 c, Man
wird von einem Türschließer dem andern zugewiesen (Trinkgeld), Doch
findet auch einmal des Nachmittags cine gemeinsume Führung statt. —
Die Kathedrale ist zu jeder Tageszeit neu und eigentümlich, von großarligster
 Wirkung aber einige Zeit vor Sonnenuntergang, wenn die Schiffe
bereits vollkommen dunkel sind und dafür die „4 fuego“ gemalten Venster
aufflammen. — Bester Kinganz vom Kreusgaug (S. 134) aus oder von der
Calle de la Chapinerfa durch die Pueria del Reloi (Gr. 8). — Val. den
Aoman „La Catedral“ von Blasco Ibanez.
Die X Kathedrale (Pl. D5; vgl. den Grundriß), die bedeucendste
 Sehenswürdigkeit der Stadt, liegt am Fuße der Höhe, die
sich vom Alkazar bis San Juan de los Reyes hinzieht, umgeben von
!tebäuden, die auf keiner Seite eine volle Ansicht zulassen,
Schon in der Gotenzeit stand hier eine christliche Kirche, die
laut erhaltener Inschrift (S. 134) am 12. April 587 unter König
Reccared der h. Jungfrau geweiht wurde, Auf dem zugehörigen
Bischafsstuhle saßen u. a. die H. Bugenius, Eladinus, Idefons und.
Julian. Die Mauren machten die Kirche im J. 7412 zu ihrer
Hauptmoscehee (Mesdschid al-dschämi‘) und erhielten noch bei der
Kroberung Toledos durch Alfons VI., 1085, das Zugeständnis, daß
sie ihnen bleiben sollte, Doch schon 1086 bemächtigten sich die
Christen auf Anstiften des Erzbischofs Bernhard und der Königin
Constanza gewaltsam des Gebäudes, Der h. Ferdinand ließ es nieder-:eißen
 und am 11. August 1227 den Grundstein zu der heutigen
Kathedrale nordfranzösisch-frühgotischen Stils legen (vgl. S. 1111).
Als Baumeister werden genannt: Pedro Perez (| 1285), der über
50 Jahre den Bau leitete; später, von 1389 ab: Rodrigo Alfonso,
Alvar Gomez; dann noch Annequin de Egas, Martin Sänchez, Juan
Guas (S. 139), Enrique de Egas u, a. Bei der langen Dauer des Baues,
Jer erst 1493 vollendet wurde, zeigen manche Teile den spätgotischen,
 andere den Renaissance- und den Barockstil. Die Kirche ist