130 Route 90. TOLEDO, a. Kathedrale,

Jaspis mit Alabasterbasen und Kapitälen, Decken von Alabaster,
reizenden Relieffiguren über der Rücklehne und einem Alabasterfries
 mit Medaillonbildnissen der Patriarchen (progenitores Christi),
die Epistelseite von Alonso Berruguete (S, LXYII), die Evangelienseite
 von Philipp Vigarnf (S. ıxvır). Die mit dem Wappenschilde
des Kardinals Siliceo geschmückte Silla Arzobispal am Westende des
Chors, das Werk Berruguetes, trägt auf Bronzesäulen einen Baldachin,
darüber eine Alabastergruppe, die Verklärung Christi in lebenszroßen
 Figuren. An ihrer Rücklehne, in einem Alabaster-Medaillon,
lie Madonna dem h, Ildefons die Kasel verleihend, von. Gregorio
Vigarnf, dem Bruder Philipps. — An den äußeren Langseiten des
Doro (Respaldos) tragen 52 verschiedenfarbige Marmorsäulen (berühmter
 Toledo-Jaspis) gotische Bogen; über diesen 56 Medaillons
mit alttestamentlichen Reliefs von dem Meister der Bildwerke an
ler Puerta del Reloj (S. 128) und im Kreuzgange, 1380. — Am
Trascoro in der Mitte ein Medaillon von Al. Berruguete, mit der
Figur Gottvaters zwischen den vier Evangelisten; daneben Alabasterstatuen
 der Schuld und Unschuld von Nicoläs de Vergara (um 1550).
Die Besichtigung der Kapellen und der Nebenräume
 (Kapitelsaal, Sagrario und Sakristei) beginnt am besten
mit der CAPILLA MOzAÄRABE im südwestl. Turm (Gr. 11), wo täglich
31/g (im Winter 91/2) Uhr vorm. Gottesdienst nach westgotischem
Ritus stattündet*), Kardinal Jimenez ließ die Kapelle 1504 von
Enrique de Egas erbauen. Die oberen Teile sind von Juan de Arteaga
 und Francisco de Vargas (1519), die Kuppel von Jorge Manuel
Theotokopuli (1627; 8.127). Schöne Reja von Juan Frances (1524).
Im Innern über dem Altar r, ein römisches Mosaik, die h, Jungfrau
mit dem Kinde, Geschenk des Kardinals Lorenzana (1794); geradeaus
 eine Freske von Juan de Borgona (1514) mit Darstellungen aus
der Eroberung von Oran durch Kardinal Jimenez (1509): r, Einschiffung
 in Cartagena; 1. Landung bei Mers el-Kebir; in der Mitte
Sturm auf Oran, Man beachte die großen Chorpulte,
Die CAPILLA DE SAN EUGENIO (Gr. 15) enthält eine schöne Reja
von Enrique de Egas (1500), die Statue des Schutzheiligen von Diego
Copfn (1517), und einen Altar mit Darstellungen aus der Geschichte
Christi, die Juan de Borgofia zugeschrieben werden, aber von einem
toskanischen Maler aus dem Ende des xrv. Jahrh, herrühren, bis auf
wenige Übermalungen links oben; 1]. das Grabmal des Bischofs Fernando
 del Castillo (+ 1521) mit dessen Alabasterfigur; r. das Grabmal
 des Alguacil Fernän Gumiel (+ 1370).
Nun folgt an der Wand r. der sogen, Cristobaldn, das alte 14m
hohe Kolossalbild des h. Christoph (Cristöbal), das 1638 von Gabriel
de Rueda erneuert worden ist. — Von hier, an dem Innern der Puerta

*) Die 13 Punkte, in denen sich der gotische Ritus vom lateinischen
unterscheidet, findet man aufgezählt bei Parro, Compendio del Toledo en Ja
mano. — Bis 1851 waren den Mozarabern (S. 125) noch sechs Pfarrkirchen
eingeräumt.