134 Route 94, TOLEDO. a. Kathedrale,

gewand) überreichte, wie dies das Medaillon über dem Altar zeigt.
Auf der Rückseite der Kapelle, hinter einem Gitter in einem Marmorrahmen,
 verwahrt man den Stein, auf den die h, Jungfrau trat.
Zu den Kreuzgängen gelangt man am besten von der W.-Seite
durch die Puerta del Mollete (Gr. M), wo früher „molletes“ (Brötchen)
 an die Armen verteilt wurden. Der Bau begann 1389, Der
untere Kreuzgang (Claustro bajo), von dem nur die Südseite
zugänglich ist, enthält Fresken von Francisco Bayeu und Maella.
In der Mitte der Ostseite an einer Säule ein zylinderförmiger Marmorstein
 mit der Inschrift über die Gründung der ältesten christlichen
Kirche (S, 126). In der NO.-Ecke liegt die Capilla de San Blas
(Gr. 36), mit Gewölbemalereien toskanischen Stils (S. 1xxvır) und
dem Grabmal des Stifters, Kardinal Pedro Tenorio (+ 1399), von
Fernän Gonzälez. — Zu dem oberen Kreuzgange (Claustro
alto) gelangt man durch die Tür n® 1 im Erzbischöflichen Palast
(s. unten) und durch den Bogen, der diesen mit dem Kreuzgange
verbindet. Rings um denselben die Claverfas genannten Zimmer.
Lohnend ist die Aussicht vom Turm (S. 127; Eintritt wie oben
durch Tür n° 1 am Erzb. Palast, s. S. 126).
Unter den Glocken hat die berühmte, 1753 von Alejandro Gargollo
gegossene Campana gorda ein Gewicht von 17515kg. Sie hat bei dem
Läuten einen Riß erhalten. Der alte Klöppel (dadajo) liegt am Boden.
Acht andere Glocken umgeben die Gorda, Weiter oben noch zwei Glocken;
dann die mächtige Holzknarre (matraca), die von Gründonnerstag bis zur
Hochmesse am Samstag vor Ostern an Stenle der Glocken benutzt wird;
%uletzt der Cimbalillo oder Esquildn, der die Chorherren (prebendados) ruft,
Die Dombibliothek (Biüblioteca del Cabildo, Pl. D Ay Eingang auf der
Ostseite des unteren Kreuzgangs), 1380 von dem Kardinal Tenorio gegründet,
 mit kostbaren Handschriften und Drucken, ist nur durch Vermittelung
 des Bibliothekars (Plaza del Juego de Pelota 11) zugänglich.

Der Westfront der Kathedrale gegenüber liegt der erzbischöfliche
 Palast, Palacio Arzobispal (Pl. D 5), mit der Biblioteca Fr0-vincial
 im Erdgeschoß (zugänglich 9-2 Uhr), sonst ohne Interesse.
Der Palast begrenzt die NW.-Seite der Plazueladel Ayuntamiento,
 von wo man den besten Blick auf die Kathedrale hat.
Man übersieht von hier namentlich die Capilla Mozärabe mit ihrer
Kuppel und den durchbrochenen Turm. — Südwest]. das
Ayuntamiento (Pl. D 5), das Rathaus der Stadt, im xv, Jahrh.
erbaut, im xvır. Jahrh. von dem Maler EL Greco erneut, mit schöner
klassischer Fassade, Eingang auf der Nordwestseite. An der Wand
der Treppe stehen die berühmten Verse (Gold auf blauem Grunde,
schwer zu lesen) von Gdmes Manrique:
Nobles discreios varones Yhr edlen klugen Herrn, berufen
Que goberndis ad Toledo, Zu Lenkern unsrer Stadt Toledo,
En aquestos escalones Laßt hinter euch auf diesen Stufen
Desechad las afciones, Den Zorn, die Furcht, die böse Neigung
Fodieias, amor y miedo. Die Habsucht und die Gunstbezeigung.
„Gerecht und treu“ sei euer Credo!