136 Route 9d, TOLEDO, b. Nordöstlicher

Der FPuente de Alcantara (Pl. F 3), der bei dem gleichnamigen
Tor an der NO.-Ecke der Stadt in einem großen und einem kleinen
Bogen den Tajo überschreitet, ist maurischen Ursprungs (Brücke
arab. al kantara), doch stammt der jetzige Bau im wesentlichen aus
der Zeit Alfons’ des Weisen (1258) und des Erzbischofs Pedro Tenorio
 er Am östl. Ende ein barockes Bogentor, am westl. ein
Turm (1484 erbaut) mit einer kleinen Statue des h. Ildefons von
Berruguete, nebst einer Widmungsinschrift Philipps 11, Der Blick
vom jenseitigen Ufer auf den Tajo und die steil aufsteigende Stadt
mit dem Alkazar gehört zu den schönsten in Toledo. — Am linken
Ufer oben die Trümmer des Castillo de San Servando oder de San
Cervantes (Pl. F 3), unter Alfons VI, zum Schutze des gleichnamigen
Klosters und der Stadt erbaut, unter Alfons VII, erneut, mit schöner
Aussicht, Der Paseo de la Rosa führt von der Brücke nach dem
Bahnhof (Estaeidn del Ferrocarril, Pl. F 3).
Im NO. des Bahnhofs, in der Huerta del Rey, dicht am Tajo, stößt man
auf den „Palacio de Galiana“, Reste eines maurischen Gebäudes, das angeblich
 der mythische König Aalafre für seine Tochter daliana, die ebenso
mythische Geliebte Karls des Großen, erbauen ließ,
Wir wenden uns von der Alcäntara-Brücke am rechten Flußufer
den großen Fahrweg nordwestl, hinauf, unterhalb der (1.) ältesten
maurlschen Stadtmauer und an der (r. ) neueren Stadtmauer hin, durch
deren Bau König Wamba (S. 125) die Vorstadt ( Arrabal) Antequeruela
in die Befestigung einschloß. Nach 10 Min, gelangt man zu der alten
*Puerta del Sol (Pl. D 3), einem wahrscheinlich um 1100 errichteten,
 neuerdings restaurierten Bauwerk im Mudejarstil, mit zwei
Türmen, Das dreieckige Relief an der Westseite stammt aus späterer
Zeit. Besteigung des Tores s. S, 137. — Etwas weiter aufwärts steht
ein zweites Tor, die Puerta de Alarcones (Pl. D 3). Oben der Miradero
(Pl. D E 38), eine Promenade mit schöner Aussicht, Auf der Stelle
der Gebäude im O. des Miradero stand einst der Palast Wamba’s.
Von der Puerta del Sol führt die Calle Real del Arrabal (Pl. D 3)
n,w, hinab zu der Kirche Santiago del Arrabal (Pl. C D 3), unter
Alfons VI. im Mudejarstil erbaut, im xım, Jahrh. erneut und 1790
im Innern z. T, modernisiert, mit wohlerhaltenem maurischen Turm,
und weiter zu der Puerta Visagra (actual; Pl. D 2,3), einem Doppeltor,
 1550 erbaut, 1575 erneuert. An dem nördl, Tor außen den
Doppeladler Karls V.; auf der innern Seite die Statue des h, Antonius,
von Monegro. — Nun. längs dem hübschen Paseo de Madrid
(PL © D 2), auch Merchän genannt, mit einigen Königsstatuen
S. 93) und weitem Blick, zum Hospital de San Juan Bautista
(pi. D 1; kl. Opfergabe), gewöhnlich de Afuera („draußen“) genannt,
seit 1541 von Bart. de Bustamante erbaut (S, zx), mit unvollendeter
 Fassade und schönem, durch eine Kolonnade geteiltem
Patio. Aus diesem Hofe betritt man nördl. durch ein Renaissanceportal
 von Berruguete die Kapelle, d.h, eine große Kirche in Form
Anes lateinischen Kreuzes mit hoher Kuppel; unter der Kuppel das
Yrahmal des Stifters, des Erzbischofs Juan de Tavera, von Berruguete