144 Route 10. PALENCIA. Von Venta de Bufios

Palencia, das alte Pallantia, jetzt Provinzhauptstadt mit 15 900
Einw. (als Gemeinde) und Bischofssitz, am 1. Ufer des Carriön,
wurde von den Vakkäern gegründet und nach langem Widerstande
von den Römern erobert. Ihre Blütezeit fällt in das xır. Jahrhundert,
als die kastilischen Könige und Cortes hier ihren Sitz nahmen,
1520 am Comunegrosaufstande (S. 57) beteiligt, wurde die Stadt
von Karl V. schwer gezüchtigt und verlor dann alle Bedeutung.
Vom Bahnhof gelangt man, über die Plaza de Le6ön, w. durch die
Straßen Calle de 1a Vireina und del Emperador nach der Plaza San
Antolin, wo die Kathedrale steht. Auf dem Platz ein Denkmal zu
Ehren der Unbefleckten Empfängnis (inmaculada concepciön), 1905,
Die *KATHEDRALE gehört zu den hervorragenderen Kirchenbauten
 des späteren Spitzbogenstils (x1v.-xXvi. Jahrh.). Das schöne
Südportal (Puerta del Obispo) ist von Diego Hurtado de Mendoza
erbaut (Ende xv, Jahrh.). Das dreischifflze Innere, mit schlanken
Pfeilerbündeln, zierlich ornamentierten T'riforien und feinem Gewölbe
 im Mittelschiff, schließt im O0, mit der von einem Kapellenkranz
 umgürteten Capilla del Sacramento ab. Ihr plateresker Altar
ist von Felipe Ritasino; 1. die Grabmäler der Königin Urraca von
Navarra (xı1. Jahrh.) und der Dofia Ines de Osorio (gest. 1492). Die
Capilla mayor, mit einer Reja von Cristöbal Andino (1520), enthält
 ginen prachtvollen plateresken Hochaltar mit Gemälden von
Juan de Fliandes (1509; S. ıxxvur). An der I. Außenwand zwei
schöne gotische Grabmäler, dazwischen der auferstandene Christus
seiner Mutter erscheinend, von Al. Berruguete (S. 1.xxxrı). Bemerkenswert
 ist das Uhrwerk im südl, Querschiff, Das Chorgitter ist
von 1555, das Chorgestühl von 1650. Der Trascoro, von Gil de Siloe
(S. uxiv), hat ein Altarbild, Maria und Johannes von Darstellungen
aus dem Leben Christi umgeben, von Juan de Holanda (8. LxXvin),
und eine schöngeschnitzte Kanzel von Higinio Balmaseda. Zu beachten
 sind ferner die vier Altäre an den Außenwänden des Coro.
Ausgezeichnete Leistungen des plateresken Stils sind die Kapellen
San Pedro und San Ildefonso. Über dem Eingang zur Sıkristei ist
ein gekreuzigter Christus von Mateo Cerezo. Die Sula capitular 1.
(man wende sich an den Sakristan) enthält trefflich erhaltene altniederländische
 Wandteppiche, Hier und in der Capilla de Santa
Catalina im 1. Seitenschiff sind weitere Tafeln von dem Hochaltar
des Juan de Flandes (s. oben). Die Custodia von Juan de Benavente
(S. xx) wird vom Sakristan gezeigt (50 c.). Der Kreuzgang ist vermauert,
 Vom Turm hat man eine Rundsicht auf die Stadt, die
Höhenzüge von Otero und San Juan und die weite Tierra de Campos
(Trkg.). — Das Hospital de San Antolin, bei der Kathedrale, stammt
aus dem xmu, Jahrhundert,
Von den übrigen Kirchen seien erwähnt: die Parochialkirche
San Miguel (S. 1x7), in der Calle Mayor antigua, aus dem xumn, Jahrh.,
mit gewaltigem, zur Verteidigung eingerichtetem Turm; die in der
Nähe des Bahnhofs gelegene Dominikanerkirche San Pablo, aus dem