148 Route 11.

LEON. Von Palencia

Die "Kathedrale (Pl, G 2), S. Marta de Regla, ist eins der hervorragendsten
 Werke früher Gotik auf spanischem Boden, minder groß,
aber in der Ausführung feiner als die von Toledo, Burgos, Sevilla,
und eng verwandt mit den Kathedralen von Rheims und Amiens
(vgl. S. zur und 1x1). Sie steht an der Stelle römischer Thermen
und eines Palastes Ordofio’s II. (x. Jahrh.). Bischof Munrigue de
Lara legte 1199 den Grundstein, um 1250 wurde der Bau begonnen
und Ende des xIv. Jahrh. beendet. Als Baumeister werden genannt:
Pedro Cebriän, Enrique, Quillen de Rohan und (1512) Juan de Budajoz.
Im xy,-XVvII. Jahrh, fanden mancherlei Restaurationen statt, die letzte
gründliche 1880-1901 durch Demetrio de los Rfos, der viele Renaissancezutaten
 entfernte. Der Grundriß (vgl. den Karton auf dem
Stadtplan) zeigt die Form des lateinischen Kreuzes, mit dreischiffigem
Langhaus, Querschiff und fünfschiffigem Ostohor, den ein Umgang
und fünf Kapellen umgeben, Gesamtlänge 91, Breite 40, Höhe des
Mittelschiffs 30m, Das Material ist gelblicher Kalkstein,
Die westliche Hauptfassade, mit drei reichgeschmückten Portalen
hinter einer offenen Vorhalle, ist überraschend schön; In der Nische
zwischen den Streben 1. vom Atrium bezeichnet ein kleiner Pfeiler
mit den Wappenzeichen von Leön und Kastilien und der Aufschrift
„locus appellationis“ die alte Gerichtsstätte, Das Hauptportal (Gr. 16)
hat zweiÖffnungen: an dem Zwischenpfeiler ein Standbild der h. Jungfrau
 (N. S, 1a Blanca; 1456); in den Bogenfeldern Reliefs: Christus
als Weltrichter, Auferstehung, Paradies und Hölle, Über den Seitenportalen
 (Gr. 15, 17) Szenen aus dem Leben Mariä, Man beachte
auch die schönen geschnitzten Türflügel. Von den Zürmen zu beiden
Seiten der Fassade ist der 65m hohe nördliche, mit Rundbogenfenstern,
 der ältere; der 68m hohe südl. Turm, Zu Torre del reloj,
spätgotisch, aus dem xv. Jahrh., erhebt sich in fünf Geschossen,
init Strebepfeilern und durchbrochener Spitze. Ober- und unterhalb
des die unteren Stockwerke trennenden Gesimses Umschriften in
gotischen Lettern; „Maria-Jesus XPS-Deus homo“ und darüber „Ave
Maria-Gratia plena-dominus tecum“, — Zu beachten auch die Südseite
 der Kathedrale, mit ihren luftigen Strebebögen, Fialen, den
prächtigen Fenstern und der zierlichen Balustrade oben. Die südl,
Querschifffassade hat ebenfalls drei reiche Portale (xv. Jahrh.),
Säulchengalerien, in den oberen Geschossen eine Fensterarkade,
zwei Rosenfenster und oben ein Standbild des h. Froilän, Das
schöne Portal der Nordfront (Gr. 21) zeigt reiche Spuren alter Bemalung.
 — Die Apsis mit der Capilla Mayor ist am besten von der
Plaza de San Pedro zu übersehen,
Das restaurierte Innere, durchweg im Stil des xIv. Jahrh.,
macht mit seinen fein gegliederten Rundpfeilern, seiner zierlichen
Triforiengalerie und den bis zu 12m hohen Maßwerkfenstern (im
ganzen 230) einen ungemein edlen und schlanken Eindruck. Von
den zumeist aus dem Xm.-XVI, Jahrh, herrührenden Glasgemälden
zu beachten: diejenigen der Hauptkapelle, die der Capilla de