150 Route 11. LEON. Von Palencia

Capilla de Santiago (s, unten), — Capilla de Nuestra Senora del
Dado (Gr. 1), vom Bischof Manrique gegründet, mit Resten alter
Fresken, Über dem Altar bemaltes Steinbild der „h. Jungfrau vom
Würfel“: nach der Sage schleuderte ein Spieler, als er vergeblich
den Beistand der h. Jungfrau angerufen hatte, die Würfel nach dem
Bilde, das sofort zu bluten begann. — Im Querschiff die Denkmäler
 der Bischöfe Martin FI. (7 1224), Martin II. (+ 1242) und
des h.. Alvito, — Aus der n, Vorhalle gelangt man in die Copilla
de Santiago, im Xvi. Jahrh. von Juan de Badajoz im spätgotischen
Stile erbaut. Die Glasgemälde gehören zu den besterhaltenen der
Kathedrale, Sehr schön auch die kapriziös skulptierten Friese
und grotesken Pfeilerstützen: Königin von Saba, Simson mit dem
Löwen, ein lesender Mönch mit satirischer Aufschrift „legere non
intelligere“,
Der *KnrzuzGAanG (Claustro), den man vom Vestfbulo durch
ein platereskes Portal mit schönen geschnitzten Türen betritt, zeigt
eine eigentümliche Mischung von Gotik und Renaissance, Hier sind
jetzt Skulpturen und Architekturteile, die bei der Restaurierung
der Kathedrale haben weichen müssen, aufgestellt, Von den
1464-70 von Maestre Nicoläs (vielleicht identisch mit Nicoläs
Florentino, S. 156) und Lorenzo de Avila ausgeführten Wandmalereien
 (S. xxx) sind noch zu erkennen: Sposalizio, Christus
mit Pharisäern und Schriftgelehrten, Christi Geißelung und nördl,
Abendmahl. In der Copilla Rebolledo (Gr. 13): Grabmal des
Generals Grf. Rebolledo, Botschafters am dänischen Hofe (] 1636).
Kine schöne Treppe plateresken Stils führt zum Kapitelsaal hinauf.
Von den in der BıBLIOTHKK verwahrten Handschriften sind hervorzuheben:
 No. 8 und 9, ferner No. 15 (der 1888 von Dr. R. Beer entdeckte
Palimpsest der Lex romana Visigothorum) und No, 16. 26. 27 und 36.

Von der Kathedrale wenden wir uns, an dem Neptunsbrunnen
von 1789 vorüber, west]. durch die Straßen Calle de la Catedral und
San Marcelo nach der Plazuelade San Marcelo(Pl.£ 3). Hier
las Theater, das Hospital, das Ayuntamicnto, 1585 von Juan
de Ribera erbaut, die Kirche San Marcelo, von 1096, vielfach
restauriert, und gegenüber die an italienische Paläste erinnernde
Casa de los Guzmanes, 1560 vom Bischof Juan Quinones y Guzmän,
einem Ahnherm der ehem. Kaiserin Eugenie von Frankreich, errichtet,
 jetzt Sitz des Provinziallandtags. — Hinter dem Guzmänpalast
 führt die Calle del Cid nach der frühromanischen
* Colegiata de San Isidoro (Pl. E %2), 1005 gegründet, von
Ferdinand I. von Kastilien zur Aufnahme der Gebeine des h. Isidor
 bestimmt und von Meister Pedro Vitamben umgebaut, 1149
geweiht, aber in der dekorativen Ausstattung z. T. aus späterer Zeit.
Die Kirche ist in mancher Hinsicht der Kathedrale von Santiago
verwandt (vgl. S. 111). An der durch starke Strebepfeiler gestützten
Fassade des (uerschiffes romanische Reliefs (S. 1x1): über dem Portal
 eine Kreuzabnahme, 1. und r. die Apostel Petrus und Paulus, im