156 Route 12. SALAMANCA, Von Medina d. ©.

dem Hahn auf der Spitze Torre del Gallo genannt, hat man vom
Patio chico, dem Platze vor dem gleichnamigen Portal der Neuen
Kathedrale.

Das 54m 1. Innere (Eingang im r, Seitenschiff der Neuen Kathe-Arale;
 Eintr. s. S. 154) zeigt schwere, aber harmonische Verhältnisse;
das weit ausladende Querschiff ist an der Nordseite beim Bau der
Neuen Kathedrale größtenteils beseitigt worden. Zu beachten die
phantastischen Skulpturen an den Kapitälen, Konsolen und Gewölberippen.
 Die Hauptapsis enthält eine große Freske des Jüngsten
Gerichts und darunter in gotischen Rahmen 55 Bilder auf Holz aus
der Geschichte Christi und dem Leben Mariä, von Nicoläs Florentino
(S. uxxvır) seit 1445 gemalt, mit Ausnahme der mittelsten Tafeln
der beiden untern Reihen, die später eingefügt sind. Im rechten
Querschiff vier gotische Grabmäler ( Wandmalereien, S. Lxxvır). Die
Tür mündet auf den
KREUZGANG (Claustro), seit 1178 erbaut, mit Gemälden und Grabmälern.
 An die Ostseite grenzen die *Capilla de Talavera, 1510 für
len mozarabischen Gottesdienst bestimmt (vgl. S. 130, jetzt noch
3-4 mal jährlich), mit schönem Gurtgewölbe und dem Grabmal des
Rodrigo Arias Maldonado de Talavera (+ 1517), und die Capilla de
Santa Bärbara, 1344 von dem Bischof Juan Lucero gegründet. —
An der Südseite die Capilla de San Bartolome, gestiftet 1422 von
Diego de Anaya, Bischof von Salamanca, span. Gesandten beim Konzil
von Konstanz, später Erzbischof von Sevilla, mit dem von einem
hübschen Gitter eingeschlossenen *Grabmal des Gründers (+ 1437;
S, LxI) und andern Gräbern von Mitgliedern seiner Familie.

Die von der Alten Kathedrale südwestl. hinabführende Calle de
San Juan de Sahagün mündet auf die römische Brücke (S. 159). —
Die Calle de Calderön, gegenüber der Fassade der Neuen Kathedrale,
 führt auf den Patio de Eseuelas menores, einen stillen, rechteckigen
 Platz, in dessen Mitte ein Erzstandbild des Dichters Fray
Luis de Leön (1528-91) steht, von Nicasio Sevilla (1869), An der
Südseite die ehem. Kscuelas menores (Pl. B 5), jetzt Instituto provincial,
 mit zwei reizvollen Portalen, von denen das erste den Zugang
zum Archiv, das zweite zu einem hübschen Hofe und dem Hospital
del Estudio bildet,
Bedeutender ist die Universität (Pl. B 5; Escuelas mayores), an
der Ostseite des Platzes. 1415-33 in einfachen Formen errichtet,
wurde sie von den Katholischen Königen (1480?) in den oberen Teilen
umgebaut, Die spätere *Westfassade ist mit einer verschwenderischen
Fülle von Ornament, Wappen, Bildnisbüsten usw. geschmückt (S. 11x);
über dem Mittelpfeiler des Portals die Halbfiguren Ferdinands und
Isabellas in einem Rahmen mit griechischer Inschrift; oben ein gutes
Relief: der Papst Privilegien erteilend. Die Räume gruppieren sich
um einen kreuzgangartigen Hof.